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25. Februar 2003 | Allgemeines

Presserat: Das Privatleben auch bei Politikern ist geschützt

Organisation erteilt vier Rügen wegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen

Ein Bericht über Eheprobleme von Bundesaußenminister Joschka Fischer hat der Illus-trierten „Neue Revue“ eine Rüge des Deutschen Presserats eingetragen. Wie das Selbstkontrollorgan der gedruckten Presse am 19. Februar 2003 mitteilte, beanstandete der Beschwerdeausschuss einen Verstoß gegen Persönlichkeitsrechte.

Der Artikel war in Tatsachenform geschrieben und versuchte anhand von Fotos zu belegen, dass die Ehe nicht mehr zu retten und schon am Ende sei“, hieß es in der Pressemitteilung. Dies sei aus Sicht des Beschwerdeausschusses ein Verstoß gegen die in Ziffer acht des Pressekodex geforderte Zurückhaltung bei der Berichterstattung über das Privatleben von Menschen. Dort heißt es: „Die Presse achtet das Privatleben und die Intimsphäre des Menschen. Berührt jedoch das private Verhalten öffentliche Interessen, so kann es im Einzelfall in der Presse erörtert werden. Dabei ist zu prüfen, ob durch eine Veröffentlichung Persönlichkeitsrechte Unbeteiligter verletzt werden.“

 

Zwar könne, schränkte der Ausschuss ein, generell auch über die Ehefrau von Joschka Fischer berichtet werden – dies auch mit Fotos -; jedoch gelte auch hier, dass die Privat- und Intimsphäre zu schützen sei.

 

Weitere drei Rügen aufgrund von Verstößen gegen das Persönlichkeitsrecht erteilte der Deutsche Presserat der „Abendzeitung“ in München, der „Mittelbayerischen Zeitung“ in Regensburg und der „Bild“-Zeitung. Ferner gingen zwei Rügen – diesmal wegen Verstoßes gegen Ziffer zwei des Pressekodex – an die Zeitschrift „Glamour“ und die „Heilbronner Stimme“ wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht. Die „Hamburger Morgenpost“ wurde wegen des Verstoßes gegen Ziffer 13 mit einer Rüge belegt, da sie vorverurteilend berichtet hatte. Wegen diskriminierender Berichterstattung schließlich erging eine Rüge an die „Offenbach-Post“. Anlässlich der Sitzung des Beschwerdeausschusses waren insgesamt 69 Anträge zu bearbeiten, bei denen neben den acht Rügen neun Missbilligungen und 18 Hinweise ausgesprochen wurden. 29 Beschwerden wurden als unbegründet zurückgewiesen. Kontakt: Deutscher Presserat, Arno H. Weyand, Telefon 0228/ 985720.

 

Internet: www.presserat.de

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