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25. September 2014 | Allgemeines

Presserat: 30 Beschwerden zu Berichterstattung über Flug MH 17

Abbildungen nicht mit Opferschutz vereinbar

Themen: Presserat

Der Beschwerdeausschuss 2 des Deutschen Presserats hat sich in seiner letzten Sitzung mit 30 Beschwerden zur Berichterstattung über den Absturz des Fluges MH 17 beschäftigt. Wie der Presserat mitteilte, hat das Gremium klargestellt, dass identifizierende Abbildungen von Opfern in der Regel nicht mit dem Opferschutz nach Ziffer 8, Richtlinie 8.2 vereinbar sind.

„Die Argumentation einiger Medien, den Opfern ein Gesicht zu ge­ben, ist nachvollziehbar, den­noch: Nur weil je­mand zufällig Opfer eines schrecklichen Ereig­nisses wird, darf er nicht automatisch mit Foto in der Presse gezeigt wer­den“, sagte Ursula Ernst, Vorsitzende des Aus­schusses. So erhielt „Bild online“ eine Missbilli­gung für die Berichterstat­tung „Ruhet in Frieden!“. Darin wurden Opfer gezeigt, deren Fotos mit zahlreichen Details aus ihrem Privatleben ange­reichert wurden. Ein öf­fentliches Interesse am Abdruck dieser Bilder bestand laut Beschwerde­ausschuss nicht.

Ebenfalls sanktioniert wurden Veröffentlichun­gen im „Stern“ („Angriff auf uns“) und auf „Bunte On­line“ („Diese Familie wurde ausgelöscht“). Auch hier waren identifizierende Fotos von Op­fern bzw. einer Opferfamilie ohne Genehmigung erschie­nen. Mit Blick auf die weniger detaillierte Dar­stellung wurde hier jeweils ein Hinweis erteilt.

Eine Missbilligung erhielt zudem „Der Spiegel“ für die Veröffentlichung der Titelseite „Stoppt Putin jetzt!“. Aus Sicht des Ausschusses wurden die Opferfotos auf der Titelseite für eine politische Aussage instrumentalisiert. Damit wurde auch hier der Opferschutz verletzt. 18 Leser hatten sich über die Veröffentlichung beschwert.

In weiteren Beschwerden ging es um die Abbil­dung von Leichenteilen im Trümmerfeld. Diese Fotos sind nicht unangemessen sensationell, urteilte der Ausschuss. Ursula Ernst: „Die Fotos doku­mentieren eindringlich die schreckliche Dimen­sion und die Folgen des Ereignisses. Sie sind noch akzeptabel, da kein Opfer erkennbar ist und die abgebildeten Situationen nicht unange­mes­sen in der Darstellung hervorgehoben wer­den."

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