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11. Dezember 1998 | Allgemeines

Pressefreiheit wird mit Füßen getreten

BDZV-Präsident Wilhelm Sandmann zum 50. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Auch am Ende des 20. Jahrhunderts würden immer noch unzählige Menschen in aller Welt schweren Repressalien ausgesetzt, weil sie von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machten, kritisierte BDZV-Präsident Wilhelm Sandmann anläßlich des 50. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1998 in Bonn.

Meinungs- und Pressefreiheit seien eine Voraussetzung demokratisch verfaßter Gesellschaften. Mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sei aus den Erfahrungen zweier schrecklicher Weltkriege ein großes humanes Dokument geschaffen worden, um das künftige Zusammenleben der Völker in Freiheit, Frieden und Wahrhaftigkeit zu garantieren.

Für die Presse weltweit sei insbesondere der Artikel 19 der Erklärung von Bedeutung, in dem das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung verbrieft wird. "Dennoch wird dieses Recht in vielen Ländern der Erde mit Füßen getreten", beklagte der BDZV-Präsident. Rund um den Globus würden Journalisten, Redakteure und Verleger verfolgt, verhaftet und ermordet, nur weil sie ihrer Arbeit nachgingen. Publikationen würden zensiert und verboten, Verlage geschlossen, weil sie den jeweiligen Machthabern mißliebig seien.

Aus Anlaß des 50. Jahrestages hatte der Weltverband der Zeitungen (WAN) gemeinsam mit der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson, und dem BDZV dazu aufgerufen, die Erklärung der Menschenrechte in der Presse weltweit zu würdigen. Der WAN appellierte an seine Mitglieder, die gesamte Erklärung der Menschenrechte abzudrucken; auch in Deutschland haben rund um das Jubiläum viele Zeitungen das Thema aufgegriffen und zumindest in Auszügen aus dem Dokument zitiert. Einen besonderen Weg ging zum Beispiel die schwedische Zeitung "Sydsvenska Dagbladet", die zunächst die gesamte Erklärung abdruckte und danach Tag für Tag je einen der insgesamt 30 Artikel der Erklärung durch namhafte Journalisten oder andere meinungsbildende Persönlichkeiten für ihre Leser interpretieren ließ. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte liegt in 76 Sprachen von Afrikans bis Zulu vor und kann auch auf der WAN-Website (www.fiej.org.) abgerufen werden.

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