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23. November 2000 | Allgemeines

Presse soll auf unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalität verzichten

Deutscher Presserat spricht drei Rügen aus

Der Deutsche Presserat hat am 22. November 2000 in Bonn Rügen gegen drei Tageszeitungen ausgesprochen.

Das Selbstkontrollorgan der Presse kritisierte zum einen die "Bild"-Zeitung für ihre "unangemessen sensationelle Berichterstattung" über die Bergung eines ertrunkenen Kindes. Die Zeitung hatte am 14. August mit detaillierten Fotos die Bergungsaktion an einem Badesee in der Nähe von Gütersloh dargestellt und dabei unter anderem die Leiche des Kindes abgebildet. Weitere Rügen gingen an die Berliner Tageszeitung "B.Z." und an eine regionale Tageszeitung in Süddeutschland, die nicht genannt wurde.

Zur Begründung ihrer Rüge gegen die "Bild"-Zeitung legten die Mitglieder des Presserats die Ziffer 11 des Pressekodex zu Grunde. Danach ist die Presse verpflichtet, "auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalität" zu verzichten. Beschwerdeführer war die Kreispolizeibehörde von Gütersloh, die nach eigener Darstellung die Presse am Unglücksort ausdrücklich dazu aufgefordert hatte, auf Fotoaufnahmen zu verzichten. Die Entscheidung über eine weitere Beschwerde der Eltern des Kindes vertagte das Gremium auf die kommende Sitzung. Der Grund: Die Zeitung hatte um einen Aufschub gebeten, weil sie nach eigenem Bekunden eine "einvernehmliche Regelung" mit den Eltern anstrebt.

Außerdem rügte der Beschwerdeausschuss die Berliner Tageszeitung "B.Z." für einen Artikel über den Unfall von Verteidigungsminister Scharping bei seinem Besuch im Pentagon Anfang September. Das Blatt hatte aus einem Telefoninterview mit dem Sprecher des Ministeriums einen Beitrag in der Ich-Form formuliert. Eine dritte, nicht öffentliche Rüge sprach der Presserat gegen eine regionale Tageszeitung in Süddeutschland aus, die kurz vor den Landratswahlen über die Vorstrafen des Ehemanns einer politischen Kandidatin berichtet hatte. Die Zeitung hatte laut Presserat "aus einer strafrechtlichen Verurteilung des Ehemanns einen Makel der Kandidatin für das politische Amt gemacht".

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