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04. April 2005 | Allgemeines

Politiker verstecken Probleme hinter dem Sündenbock Werbung

ZAW betrachtet EU-Kommissar Verheugens Pläne zum Bürokratieabbau in der EU mit Skepsis

Die Werbebranche sieht sich nach wie vor als Prügelknabe von Lebensstilen der Bürger in der Europäischen Union (EU). Ernährungsweise, Rauch- und Trinkgewohnheiten, Kindererziehung oder generelles Konsumentenverhalten würden der Werbung und nicht den Bürgern angelastet. Die Folge seien immer weiter ausufernde Bürokratiemodelle, mit denen kommerzielle Kommunikation und damit der Wettbewerb in der Europäischen Union behindert würden, sagte Georg Wronka, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW), am 23. März 2005 in Berlin.

Der ZAW könne keine Abkehr von der Werbezensurpolitik insbesondere der Europäischen Kommission erkennen. Daran ändere auch das Versprechen von EU-Kommissar Günter Verheugen nichts, der angekündigt hatte, neue und bereits im Gesetzgebungsprozess befindliche Richtlinien und Verordnungen auf ihre Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit durchleuchten zu wollen. „Großen Worten um Bürokratieabbau müssen ebensolche Taten folgen“, verlangte Wronka. Besonders im Bereich gesunde Ernährung lieferten sich die deutsche Verbraucherministerin Renate Künast (Bündnis 90 / Die Grünen) und EU-Verbraucherkommissar Markos Kyprianou „eher einen Wettkampf um die Menge der Zitate in den Medien als um erfolgreiche Lösungen des Problems von Fettleibigkeit der Deutschen sowie der EU-Bürger“. So wechsele die deutsche Ministerin fast im monatlichen Rhythmus den Schuldigen für Dickleibigkeit der Kinder und mache als „die wahren Dickmacher“ nach Fast Food nun Getränke verantwortlich. Parallel drohe EU-Kommissar Kyprianou mit gesetzgeberischen Maßnahmen, wenn sich die Ernährungsindustrie in ihrem Wettbewerb durch Werbereduktion und inhaltliche Einengungen nicht noch weiter selbst beschränke.

 

Nach Ansicht Wronkas ist die „eindeutig werbefeindliche Ausrichtung“ gesundheitspolitisch falsch, da sie die Selbstverantwortung der Bürger durch Fingerzeig auf den vermeintlichen Schuldigen – die Werbung – entlaste. Der ZAW mahnte in diesem Zusammenhang einen ehrlich-kritischen Diskurs an. Werbeeinschränkungen zielten am Ernährungsverhalten nach wissenschaftlichen Erkenntnissen klar vorbei. Die eigentlichen Dickmacher seien schlechte soziale Verhältnisse und seelische Nöte. Die Politik solle sich gegenüber den Bürgern in diesem Sinne ehrlich zeigen und nicht aktuelle soziale Probleme hinter dem Sündenbock kommerzielle Werbung verstecken, forderte der ZAW.

 

Internet: www.zaw.de

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