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29. Oktober 2010 | Allgemeines

Podium: Zeitung, Politik, Kirche – zur Rolle der Medien

Psychologe Grünewald: Zeitungen sind Begleiter durchs Leben

Das Internet hat nachhaltig das Erschei-nungsbild, die Inhalte und Arbeitsbedingun¬gen der Tageszeitungen verändert. Darin wa¬ren sich die Teilnehmer der zweiten Diskussi-onsrunde einig.

Die elektronischen Medien dominierten die Rahmenbedingungen für die Printmedien, sagte dazu Bundestagspräsident Norbert Lammert. Dies setze die Zeitungen unter Druck. Es gebe einen zunehmenden Trend zum Vorrang von Schlagzeilen vor Nachrichten, von Bildern vor Texten, von Personen vor Sachverhalten, von Unterhaltung vor Information und von Schnellig­keit vor Gründlichkeit.

Auch der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Baden, Ulrich Fischer, bestätigte diese Entwicklung. Er verwies auf die Berichter­stattung über die Alkoholfahrt der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann. Die Chefkorres­pondentin des Berliner „Tagesspiegels“ (Berlin), Tissy Bruns, sagte, es gebe bei den Arbeitsbe­dingungen bei Tageszeitungen eine unglaubliche Beschleunigung. „Die Zeitungen neigen dazu, den schnellen Medien hinterherzugehen.“ Wäh­rend früher eine Zeitung am Tag entstanden sei, seien es heute durch die ständigen Aktualisie­rungen mehrere. Die hohe Bedeutung der Zeitung für das tägli­che Leben unterstrich auch Diplom-Psychologe Stephan Grünewald, Gründer des Rheingold-Instituts für qualitative Markt- und Medienfor­schung: „Zeitungslesen dient der Bewältigung persönlicher Probleme und hilft uns, mit unserem eigenen Leben klar zu kommen.“ Denn die Ta­gespresse liefere stets Geschichten, die zur ei­genen Lebenssituation passten. „Nach Trennun­gen liest man beispielsweise die Klatschspalte mit den Trennungsgerüchten von Promis oder die Wirtschaftsberichte über den Untergang von Un­ternehmen“, so der Experte weiter. Auf der ande­ren Seite sei es aber auch die Zeitung, die in guten Lebenszeiten mit unterhaltsamen und fröh­lichen Beiträgen an der Seite ihrer Leser stehe.

Ähnlich äußerte sich in der vom ehemaligen WDR-Intendanten, Fritz Pleitgen, moderierten Diskussionsrunde auch BDZV-Präsident Helmut Heinen. Er rief die Verleger auf, die Stärken der Tageszeitungen wie Glaubwürdigkeit oder ihre lokale und regionale Verwurzelung auch in ihren Online-Angeboten zu nutzen. Dazu seien aber auch neue Erlösmodelle nötig: „Qualitätsvoller Journalismus kostet Geld", so sein Credo.

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