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06. Juni 2001 | Allgemeines

Pleitgen: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk hat "Schlüsselrolle" im Internet

ARD will Gebühren für Internet-Extras / fragwürdige Studie zur Internet-Kultur

Die vielfältigen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten, die das Internet bietet, gehen dem Intendanten des Westdeutschen Rundfunks, Fritz Pleitgen, offensichtlich noch längst nicht weit genug. "Der Markt allein kann die verfassungsrechtlich geforderte freie öffentliche Kommunikation auch im Internet nicht gewährleisten", erklärte Pleitgen gegenüber dpa am 29. Mai 2001.

Der Intendant sieht "eine Schlüsselrolle" des öffentlich-rechtlichen Engagements im Internet. Seine Haltung begründet er nicht zuletzt mit einer Studie des Hamburger Hans-Bredow-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rundfunkökonomie an der Universität Köln, das in der Branche für einige Verwunderung gesorgt hat. Die Forscher sind nämlich zu dem Ergebnis gekommen, dass private Anbieter voraussichtlich keine ausreichende publizistische Vielfalt im Internet sicherstellen können. Was offensichtlich hunderte von Angeboten aus deutschen Verlagshäusern nicht leisten können, das sollen nach dem Willen von Pleitgen die öffentlich-rechtlichen Sender erledigen. Die Angebote von ARD Online sind nach Worten Pleitgens verlässliche Lotsen in der Vielfalt der Web-Angebote.

Die ARD erwägt derzeit, ob sie im Internet nicht auch die Nutzung aufwendiger Zusatzangebote - ähnlich wie beim Versand von Fernsehmitschnitten - gegen Kostenerstattung anbieten sollte. Vor dem Medienausschuss des CDU/CSU-Wirtschaftsbeirats in München hatte Pleitgen kürzlich klargestellt, dass die ARD im Internet weder mit E-Commerce noch mit Kleinanzeigenmärkten auftreten wolle. Allerdings stehe man vor einer schwierigen Entscheidung: Einerseits werde ein qualitativ hochwertiges Angebot ohne Werbung und Sponsoring angestrebt, andererseits müsse die Rundfunkgebühr sozial verträglich bleiben.

Derzeit ist der ARD von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten (KEF) ein Etat von jährlich 22 Millionen Mark für ihre Online-Angebote zugewiesen. Die in der ARD zusammengeschlossenen zehn Rundfunkanstalten haben jedoch bei der KEF für deren im kommenden Jahr anstehenden Zwischenbericht beantragt, diesen Betrag auf 350 Millionen für die vierjährige Gebührenperiode von 2001 und 2004 zu erhöhen. Dies solle jedoch nicht zu Lasten der Gebühren gehen.

Trotz der massiven Kritik der Zeitungsverleger wie auch der privaten Rundfunkanbieter hält das ZDF an der geplanten Internet-Allianz mit der Telekom-Tochter "T-Online" fest. T-Online zahlt für die Kooperation angeblich 6,5 Millionen Mark. Dies sei eine lächerliche Summe im Vergleich zum Werbeeffekt für T-Online, kritisierten auch viele Medienjournalisten. Denn künftig soll in jeder "heute"-Sendung auf die Website von T-Online und ZDF verwiesen werden, wie jüngst die "Berliner Zeitung" schrieb. Der BDZV hatte bereits frühzeitig darauf hingewiesen, dass genau an dieser Stelle die Grenze zum rechtswidrigen Sponsoring überschritten würde.

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