Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

08. November 2012 | Allgemeines

Peter Kloeppel: „Wir müssen uns wieder mehr trauen“

Chefredakteure diskutieren über Qualität im Journalismus

In Zeiten von Reizüberflutung und informationeller Dauerbeschallung durch Blogs und soziale Netzwerke falle dem Qualitätsjournalismus der Profimedien eine immer größere Bedeutung zu. Darin waren sich die Teilnehmer der abschließenden Diskussionsrunde des Zeitungskongresses 2012 einig.

Über „Relevanz und Qualität im Journalismus" diskutierte Moderator Hans-Jürgen Jakobs von der „Süddeutschen Zeitung" aus München mit Chefredakteuren und Experten aus Print und TV. Einhellig die Meinung: Mehr denn je müssen die Zeitungen, das Fernsehen und das Radio Hintergründe erklären und Einordnung bieten, um im Aufmerksamkeitswettlauf mit den zahllosen Internetquellen mithalten zu können und für die Nutzer attraktiv zu bleiben. Dafür bedürfe es aber auch neuer Strukturen in den Redaktionen, analysierte Prof. Ernst Elitz, Gründungsintendant des Deutschlandradios. Sein Ratschlag: Mehr erfahrene Journalisten in die Online-Ressorts und junge Kollegen zu den Printausgaben. So würden die gedruckten Produkte vom Innovationsgeist der nächsten Blattmachergeneration profitieren, und die Verlagswebsites könnten mit dem Erfahrungsschatz der Etablierten noch hintergründigere Beiträge produzieren.

„Wir müssen uns e ndlich wieder mehr trauen“, forderte auch Peter Kloeppel. Die Zuschauer würden auch neue Formate und Herangehensweisen honorieren, wenn sie qualitativ hochwertig produziert würden, zeigte sich der RTL-Chefredakteur überzeugt und stand damit nicht allein. Auch Bascha Mika, langjährige Chefredakteurin der „taz“ in Berlin, sprach sich für neues Denken in den Redaktionen aus. „Dazu gehört auch, dass wir wieder mehr Zeit haben, um unsere Geschichten auszurecherchieren und zu schreiben“, meinte die Vorsitzende der Jury des Theodor-Wolff-Preises. Denn den Billig- und Schnelljournalismus gebe es bereits zur Genüge im Netz. „Und Aufmerksamkeit erringt man auch im 21. Jahrhundert nur mit Qualität“, so Mika weiter.
Um herauszufinden, was die Leser und Nutzer als besonders qualitativ hochwertig erachten, sprach sich der Chefredakteur der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf, Sven Gösmann, für mehr Marktforschung und Leseraustauch aus. „Wir müssen uns öfter den Lesern stellen und nachfragen, was die Leute wollen“, lautete die Forderung. Sein Credo: Es sei nicht die Aufgabe der Profimedien, willkürlich Themen zu setzen, sondern „beim Zeitungsmachen geht es darum, Themen zu erspüren und zu bearbeiten, die wirkliche Relevanz für die Menschen haben“.

Damit sich tiefgründig recherchierte Qualitätsbeiträge künftig auch im Netz verkaufen lassen, plädierte Nikolaus Blome, stellvertretender Chefredakteur der „Bild“, für die branchenweite Einführung von Paid-Content-Modellen. „Wir brauchen endlich Preismodelle im Internet und das überall in Deutschland“, so der Theodor-Wolff-Preissieger von 2007, dessen Zeitung bereits die Einführung von Bezahlschranken für bild.de angekündigt hat.

zurück