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28. Juni 2010 | Allgemeines

„Papier ist moderner als viele glauben“

Christian Nienhaus über die Zukunft der gedruckten Zeitung und die Chancen durch iPad und Co.

Elektronische Endgeräte wie das iPad von Apple machen nach Meinung von Christian Nienhaus aus der Zeitung noch längst kein Altpapier. Im Vorfeld des internationalen Printgipfels erläuterte der Vorsitzende des Zeitungsverlegerverbands Nordrhein-Westfalen (ZVNRW) und Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) seine Vorstellungen von einer modernen Zeitung und wie sich mobile Endgeräte auf die Geschäftsmodelle der Verlage auswirken werden.

Christian Nienhausdpa: Hat das Endgerät Zeitungspapier noch eine Chance?

 

Nienhaus: „Ja, die hat es. Ich glaube, dass Papier moderner ist als viele denken. Denn auch in einem digitalen Prozess ist das Papier ein Speichermedium, das ohne Stromquelle funktioniert und das so günstig herzustellen ist. Wir glauben aber, dass Papier auf Dauer nicht das alleinige Ausgabemedium der Zeitung sein wird. Man muss in zunehmendem Maße dafür sorgen, dass Zeitungen auch auf anderen Endgeräte ausgegeben werden.“

 

dpa: Was bedeutet das für die Verlage?

 

Nienhaus: „Das bedeutet zunächst, dass wir journalistische Darstellungsformen für andere Medien finden. Dabei spielt die stärkere Bedeutung von Bewegtbildern eine Rolle. Wenn Sie sich heute eine Online-Zeitung auf dem iPad anschauen, dann sind dort auch ganz wunderbar Videos zu integrieren.“

 

dpa: Sie konkurrieren auf dem neuen Medienmarkt ja nicht nur um die Leser, sondern auch um die Anzeigenkunden. Geraten Sie hier in Gefahr?

 

Nienhaus: „Es ist eine Herausforderung. Wir glauben, dass die Werber auch immer davon profitieren, dass sie Kleingedrucktes wie Preisinformationen bei uns gut kommunizieren können. Das geht viel besser als im flüchtigen Bewegtbild. Und das gilt für Aldi oder Lidl, aber auch für Autohändler, die ihre Finanzierungsbeispiele darstellen. Das Fernsehen hat den schön gemachten Spot, wo ich das Auto über eine Küstenstraße fahren sehe. Insofern hat da jeder seine eigene Nische. Auf elektronischen Endgeräten wird beides kombinierbar sein. Die Preisinformation, der Konfigurator und der 30-Sekunden-Spot mit der Küstenstraße.»

 

dpa: Werden sich aber die Werber nicht an den Preisen orientieren, die sie bei Online-Inseraten gewöhnt sind, statt Zeitungspreise zu zahlen?

 

Nienhaus: „Das wird man sehen, das ist genau die Krise des Geschäftsmodells. Wenn wir die journalistische Leistung auch in Zukunft erzeugen wollen, müssen wir zusehen, dass wir einen Finanzierungsbeitrag von den Onlineangeboten bekommen. Aber noch funktioniert das Finanzierungsmodell Print ja gut. Und wir glauben, dass eine unserer Kernkompetenzen der Lokaljournalismus ist. Je überregionaler das Geschäft, desto mehr Konkurrenten habe ich. Aber wenn ich wissen will, was in meiner Stadt passiert, wie der Fußballverein in meiner Nachbarschaft gespielt hat, dann muss ich mit hoher Wahrscheinlichkeit den Lokalteil meiner Zeitung zur Hand nehmen oder auf deren Seite klicken. Über Bayern München dagegen finde ich überall etwas.“

 

Internet: www.zvnrw.de

Ort: Essen

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