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20. November 2003 | Ausland

Olga Kitowa geehrt

Die russische Journalistin Olga Kitowa ist am 10. November 2003 mit dem mit 7.500 Euro ausgestatteten „Preis der Pressefreiheit“ des Deutschen Journalisten-Verbands ausgezeichnet worden. Ihren Dank konnte die Journalistin nur mit Hilfe einer Direktschaltung aus dem ARD-Studio in Moskau an ihre deutschen Kollegen übermitteln, die sich in Wiesbaden zum DJV-Verbandstag versammelt hatten. Kitowa hatte nicht zur Entgegennahme der Auszeichnung ausreisen dürfen, ein Pass wurde ihr nach Darstellung des DJV verweigert. „Mit Olga Kitowa wird eine mutige Journalistin ausgezeichnet, die aufgrund ihrer engagierten und kritischen Berichterstattung gegen Korruption und Justizwillkür selbst Opfer staatlicher Repressionen wurde“, heißt es in der Begründung der Jury. Die Journalistin habe mehrfach über kommunalpolitische Mauscheleien und dunkle Geschäfte in der südrussischen Stadt Belgorod berichtet, in die auch der Gebietsgouverneur verstrickt sein soll. Inzwischen lebt und arbeitet die Journalistin aus Sicherheitsgründen in Moskau, wo es nach ihrer Darstellung „Inseln der Pressefreiheit“ gibt. Dagegen sei es mit der Pressefreiheit in Russland derzeit leider nicht zum besten bestellt. Politiker sähen in Journalisten vor allem Feinde und nicht Menschen, mit denen man eine Gesellschaft aufbauen könne. Die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte hatte der Journalistin bereits vor zwei Jahren ein Stipendium zugesprochen. Olga Kitowa konnte dies bisher nicht antreten, da sie 2001 in der Folge ihrer Recherchen und ihrer kritischen Berichterstattung zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung mit einer Strafe von 10.000 Rubeln und der Aberkennung des Wahlrechts für drei Jahre verurteilt wurde. Ihre Bewährungsfrist endet am 26. Juli 2004. Dann hofft die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte, die Journalistin „endlich persönlich in Hamburg begrüßen“ zu können.

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