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03. Juni 2010 | Allgemeines

Ohne Presse keine Freiheit!

175 Jahre „Schwarzwälder Bote“: Historiker Wolffsohn zur Rolle der Zeitung

Es ist der Frühsommer des Jahres 1835, als Wilhelm Brandecker erstmalig den „Schwarzwälder Boten“ als ein Amts- und Intelligenzblatt herausgibt. Im Jahr 2010 kann das „Kulturgut Schwarzwälder Bote“, wie Michael Wolffsohn (Professor für Neuere Geschichte an der Bundeswehr-Universität in München und Publizist) die Zeitung aus Oberndorf am Neckar adelte, auf 175 Jahre erfolgreiche Zei-tungsproduktion zurückschauen.

Für die Fortschreibung dieser prosperierenden Zeiten sei eine enge Kooperation zwischen Mit­arbeitern, Gesellschaftern und Kunden unerläss­lich, erläuterte Dr. Richard Rebmann (Verleger des „Schwarzwälder Boten“, Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medien Holding und BDZV-Vizepräsident) anlässlich einer Feierstunde mit mehr als 400 Gästen aus Medien, Wirtschaft, Kultur und Politik. In Zeiten von Krise und Digitali­sierung gebe es große Herausforderungen für die Branche und den Verlag. Dennoch wünschten die deutschen Zeitungshäuser keine staatlichen Subventionen, versicherte Rebmann. Jedoch erwarteten die Verlage den nötigen Respekt für ihre Arbeit und keine Behinderung beim Aufbau neuer Geschäftsfelder. An die Bundespolitik und den anwesenden baden-württembergischen Mi­nister-präsidenten, Stefan Mappus, gerichtet, for­derte Rebmann: „Öffentlich-rechtliche Medien sollten sich auf ihren eigentlichen Auftrag besin­nen.“

Welche Bedeutung das „Kulturgut Zeitung“ hat, unterstrich der Historiker Professor Michael Wolffsohn: „Anders als das ungefilterte, unfilternde Weltmedium Internet war, ist und bleibt die Zeitung unser Haupttor zur Welt, zur kleinen und großen.“ Auch wenn sich Form und Medium der Kommunikation geändert hätten, so habe der Mensch nicht sein Bedürfnis abgelegt, nicht nur Ich zu sein, sondern Wir zu werden, „und die Zei­tung war, ist und bleibt hierfür das Kommunikati­onsmittel“. Diese wichtige Funktion als Kommuni­kator der Gesellschaft werde die Zeitung nur verteidigen können, wenn Verlage weiter in Qua­litätsjournalismus investierten: „Ohne regionale, nationale oder internationale Kompetenz, also Qualität, kann sich eine Zeitung auf Dauer nicht auf dem gnadenlosen Markt behaupten“, meinte Wolffsohn. Doch brau­che eine demokratische Gesellschaft eine funkti­onierende „vierte Gewalt“ im Staat, denn nie­mand könne politische Parteien besser kontrollie­ren als die Presse. Vor allem Zeitungen „mit lan­gem Atem und beständigen Werten, Zeitungen mit Kultur und Zeitungen als Kultur“ würden bei dieser Aufgabe eine Schlüsselrolle einnehmen. „Nur durch die freie Presse kann Demokratie, besonders Parteien­demokratie, im Sinne des Volksganzen funktio­nieren“, erklärte Wolffsohn, und fasste abschlie­ßend zusammen: „Ohne Presse keine Demokra­tie, ohne Demokratie keine Freiheit, also ohne Presse und Pressefreiheit keine Freiheit der All­gemeinheit.“

Impressionen von der Festveranstaltung, die komplette Rede von Professor Wolffsohn und weitere Informationen zum 175-jährigen Jubiläum des „Schwarzwälder Boten“ finden sich unter www.schwarzwaelder-bote.de

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