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21. November 1997 | Allgemeines

Ohne "610-Mark-Jobs" kein Zeitungsvertrieb

Gemeinsame Aktion von zehn Wirtschaftsverbänden

Der BDZV hat gemeinsam mit neun anderen Wirtschaftsverbänden nachhaltig davor gewarnt, die "610-Mark-Jobs" anzutasten. BDZV-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schulze machte am 11. November 1997 in Bonn bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Initiative (u.a. Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels, Hauptverband des Deutschen Einzelhandels, Zentralverband des Handwerks) deutlich, daß die Tätigkeiten der Zeitungszusteller nicht in normale Voll- beziehungsweise Teilzeitarbeitsplätze umgewandelt werden könnten.

100.000 Zeitungszusteller sorgten in Deutschland dafür, daß jeden Morgen fast 50 Millionen Leser mit der druckfrischen Tageszeitung versorgt würden. Hierfür käme ausschließlich die Zeit zwischen fünf und sieben Uhr morgens in Frage. Schüler, Studenten, Hausfrauen und Rentner verschafften sich damit einen Kleinverdienst. Die Pauschalversteuerung übernehme der Arbeitgeber. Mit Einführung der Sozialversicherungspflicht würden die Lohnnebenkosten um 40 Prozent steigen. "Dies könnten kleine und mittlere Verlage nicht verkraften", so Schulze. Der Vertrieb der Zeitung wäre nicht mehr gesichert, "die regelmäßige Information der Leser wäre gefährdet". Auch die anderen Verbände machten deutlich, wie unsinnig eine Umwandlung von 610-Mark-Jobs wäre. Wer die Beschäftigung fördern wolle, dürfe die Arbeit nicht verteuern, sondern müsse die Lohnnebenkosten senken, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Günther Wassmann. Er rechnete vor, daß Arbeitnehmer bei einem Bruttolohn von 610 Mark bei Einführung der Beitragspflicht nur noch 483 Mark netto erhielten. Damit der Arbeitnehmer 610 Mark in die Tasche bekomme, müßte der Arbeitgeber bei einer Beitragspflicht mehr als 1.000 Mark aufwenden. Heute bezahle der Arbeitgeber, der die pauschale Lohnsteuer übernehme, dafür 750 Mark. Im Einzelhandel würden die "610-Mark-Kräfte" für Bedarfsspitzen, für Krankheits- und Urlaubsvertretungen eingesetzt. Niemand könne erwarten, daß für "Beerdigungskaffees" oder bei "Biergartenwetter" Dauer-Arbeitsplätze eingerichtet würden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes, Christian Ehlers. Die Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung würde nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) mehr als eine Milliarde Mark Steuerausfälle verursachen. Die Mehreinnahmen der Rentenversicherung, denen später auch höhere Rentenzahlungen gegenüberstehen, würden durch zusätzliche Ausgaben bei weitem überkompensiert, teilte das Institut mit.

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