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19. März 2008 | Allgemeines

Öffentlichkeit wird falsch informiert

ZAW: Drogen- und Suchtrat geht unseriös mit Rolle der Werbung um

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) hat der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, vorgeworfen, sie informiere die deutsche Öffentlichkeit falsch, um Pläne für ein Aktionsprogramm zur Alkoholprävention durchzusetzen. Anlass ist ein dem ZAW vorliegendes „Strategiepapier für ein nationales Aktionsprogramm zur Alkoholprävention“ des Drogen- und Suchtrats, in dem die Verfasser nach Angaben des ZAW als Zielpunkte Medienverbote für Markenwerbung in Fernsehen und Kino, Komplettverbot des Sponsorings, ein „Alkoholwerbekontrollgesetz“, drastische Steuererhöhungen sowie Verkaufsverbote von Alkohol an Auto-Raststätten und Tankstellen fordern.

Dem Drogen- und Suchtrat gehören neben der Vorsitzenden Sabine Bätzing Mitglieder aus Bun­desministerien, den Ländern sowie aus der deut­schen Sektion des amerikanischen Abstinenzor­dens Guttempler an. In seinem jüngst in Berlin vorgelegten Dossier „Alkohol und Werbung – Fakten gegen Desinformationen“ belegt der Dachverband der werbenden Unternehmen, Me­dien und Agenturen seine Kritik (www.zaw.eu).

Gleichzeitig macht der ZAW deutlich, dass der Kampf ge­gen den Missbrauch alkoholhaltiger Getränke eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, ein­schließlich der Wirtschaft, sei. Die Alkoholbran­che, Medien und Agenturen im ZAW lehnten Missbrauch von Alkohol durch die Ver­wender entschieden ab. Genuss und Maßlosig­keit pass­ten nicht zusammen. „Missbrauch von Markenar­tikeln bringt sie in Misskredit.“ Der Suchtrat erwe­cke entgegen den Tatsachen je­doch den Ein­druck, als ertrinke die Bevölkerung in Alkohol. Tatsächlich sinke die Alkoholmenge seit Jahr­zehnten stetig, in der zurückliegenden Dekade um elf Prozent (Bier -14 Prozent, Spiri­tuosen -5 Prozent, Sekt -17 Prozent); lediglich der Wein­verbrauch habe um elf Prozent zugenom­men. Auch der Suchtrat müsse „endlich anerken­nen, dass Alkohol ein Jahrtausende altes Kultur­gut“ sei, forderte der ZAW. 88 Prozent der Bevöl­ke­rung in Deutschland gingen mit dieser Produkt­gruppe kompetent um. Wer über das Land Sank­tionen in diesem Zusammenhang verhängen wolle, spreche den Bürgern – die Regierungen wählen dürften – die Fähigkeit zur Selbstverant­wortung ab.

Weiter kritisierte der ZAW, dass der Suchtrat leichtfertig und unseriös mit der Rolle der Wer­bung umgehe. „Es besteht eindeutig kein Zu­sammenhang zwischen Werbung und Gesamt­konsum“, betonte der Verband am 11. März 2008. Besonders kritisch einzustufen sei der Umgang des Suchtrats mit dem Konsum der Jugend. Ob­wohl eine Studie im Auftrag des Bundesgesund­heitsministeriums und weitere wissenschaftliche Untersuchungen ergeben hätten, dass Werbung auf den Alkoholkonsum von Kindern und Jugend­lichen kaum Einfluss habe, begründe der Suchtrat damit die weitgehende Abschaffung des Wettbe­werbs auf dem Markt alkoholhaltiger Getränke. Als besonders destruktiv und diffamierend beur­teilte die deutsche Werbewirtschaft die Ansicht Sabine Bätzings und des Suchtrats, dass die Selbstverantwortung der Alkoholwirtschaft im Rahmen des Deutschen Werberats sowie durch zahlreiche Präventionsprojekte von Brauwirt­schaft, Spirituosenindustrie und Handel nicht funktioniere.

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