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23. Juni 1998 | Digitales

Nutzerprofile gewinnen an Bedeutung

P3P-Standard liefert Daten zur Vermarktung

Individuelle Benutzerprofile gewinnen bei der Vermarktung von Online-Medien zunehmend an Bedeutung, allerdings sind hierbei zahlreiche praktische und juristische Hürden zu beachten.

In den letzten Monaten wurden zahlreiche redaktionelle Produkte entwickelt, deren Inhalte nach individuellen Vorlagen der Nutzer arrangiert und konfiguriert werden können. Anzeigenagenten speichern das Gesuch des Nutzers als Profil (gesucht: roter Porsche, Baujahr 1989) und erstatten dem Nutzer Meldung, wenn ein entsprechendes Angebot eintrifft. Suchmaschinen bieten ebenfalls Pushdienste, die einen bestimmten Datenbestand nach Vorgaben des Nutzers durchsuchen und die Ergebnisse automatisch zustellen. RP-Online, das Online-Angebot der "Rheinischen Post" in Düsseldorf, betreibt bereits seit mehr als einem Jahr einen E-mail-Pushdienst, der modulartig auf die inhaltlichen Interessen der Nutzer zugeschnitten und von rund 75.000 Abonnenten bezogen wird.

Aber nicht nur die Anbieter redaktioneller Leistungen sind am Interessenprofil der Nutzer interessiert, auch für die werbungtreibenden Branchen sind die Interessen der Nutzer der Schlüssel zur zielgerichteten Kommunikation. Die bisher hierfür eingesetzten Verfahren wie beispielsweise die Verpflichtung der Nutzer zur Registrierung mittels Password oder aber der Einsatz von sogenannten "Cookies", die den einzelnen Nutzer markieren, sind nicht besonders populär und finden daher keine einheitliche Anwendung.

Abhilfe könnte nun ein neues System schaffen, das unter dem Namen P3P (Platform for Privacy Preferences) vom World Wide Web Consortium (W3C) verabschiedet wurde. Dieser Standard beruht auf der Idee, daß die Online-Anbieter im Vorfeld definieren, welche Informationen sie von ihren Nutzern wünschen und wie die hierbei erhobenen Daten anschließend weiterverwendet werden. Der Nutzer seinerseits legt seine persönliche Toleranzschwelle fest, indem er definiert, welche Daten über seine persönlichen Interessen und seine Person er dem Online-Anbieter zur Verfügung stellen möchte. Wenn die Toleranzschwelle des Nutzers und die vom Anbieter geforderten Einträge übereinstimmen, kann der Nutzer problemlos auf das Angebot zugreifen. Dabei wird der vom Nutzer entsprechend vorbereitete Datensatz automatisch an den Anbieter übermittelt. Der Vorteil dieses Systems liegt darin, daß der Nutzer selbständig entscheiden kann, welche Daten er zur Verfügung stellen möchte, hierfür jedoch nicht bei jedem Anbieter einen langen Fragebogen beantworten muß. Falls dieser Standard, der auf technischer Ebene bereits definiert wurde, sich in der Praxis durchsetzen kann, könnte er sich als wichtiger Schritt für der Vermarktbarkeit von Online-Medien erweisen.

Quellen: w&v new media report 6/98, Horizont 23.4.98

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