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13. September 2007 | Allgemeines

Neusser: Das sensible Gut Pressefreiheit ist beschädigt worden

Theodor-Wolff-Preis: Journalistenpreis der deutschen Zeitungen in Berlin überreicht

Die Zeitungsverleger verfolgen mit Sorge die Attacken gegen die Pressefreiheit in Deutschland. Gerade in jüngster Zeit sei die¬ses „äußerst sensible Gut“ durch Beschlag-nahmeaktionen, Durchsuchungen und Tele-fonüberwachungen beschädigt worden, kriti-sierte Hermann Neusser, Vorsitzender des Kuratoriums für den Theodor-Wolff-Preis und Verleger des Bonner „General-Anzeigers“, am 5. September 2007 anlässlich der Verleihung des Journalistenpreises der deutschen Zei-tungen – Theodor-Wolff-Preis in Berlin.

Erst kürzlich habe es in Zusammenhang mit dem BND-Untersuchungsausschuss eine Serie von Ermittlungsverfahren gegen Journalisten gegeben, „die nichts anderes getan haben, als ihrer Arbeit nachzugehen, nämlich zu recherchie­ren, zu berichten und - wo immer notwendig – Missstände zu dokumentieren“. Neusser forderte mehr Sensibilität von der Politik und auch von den Ermittlungsbehörden sowie „klare gesetzliche Regelungen.“

Malte von Trotha, der Vorsitzende der Ge­schäftsführung der dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH, die gemeinsam mit dem Bundes­verband Deutscher Zeitungsverleger die Festver­anstaltung ausrichtete, wies auf die Bedeutung von umfassender Recherche und fundierter Be­richterstattung hin: „Informationen stehen heute scheinbar in beliebiger Menge und praktisch kostenlos zur Verfügung – das sagt aber nichts über ihre Qualität aus.“ Die Tageszeitungen be­wiesen mit ihren für den Theodor-Wolff-Preis eingereichten Beiträgen professionellen Journa­lismus auf höchstem Niveau; die dpa sei stolz darauf, sie dabei als verlässlicher Nachrichten­lieferant unterstützen zu können, sagte Malte von Trotha.

Hermann Neusser würdigte die Artikel der Preisträger und die Qualität der eingereichten Artikel. Dies dokumentiere, dass „journalistische Qualität auch in kleineren Verlagen und im Lo­kaljournalismus zu Hause ist.“

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis geht in diesem Jahr an sechs Journalisten: Die mit je 6.000 Euro dotier­ten Auszeichnungen in der Sparte „Allgemeines“ erhalten Sebastian Glubrecht („Süddeutsche Zeitung“, München) und Astrid Geisler („taz – die tageszeitung“, Berlin). Den Preis in der Kategorie „Leitartikel/Kommentar/Essay“ hat die Jury Niko­laus Blome („Die Welt“, Berlin) zuerkannt. Chris­toph Wöhrle („Berliner Morgenpost“, Berlin) und Marlon Gego („Aachener Zeitung“/„Aachener Nachrichten“) bekommen die mit ebenfalls 6.000 Euro dotierte Würdigung in der Sparte „Lokales“. Der Preis für das Lebenswerk geht an die Kolum­nisten Sibylle Krause-Burger („Stuttgarter Zei­tung“ und andere).

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis ist die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu verge­ben hat. Sie erinnert an den langjährigen Chefre­dakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868-1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im jüdischen Krankenhaus in Berlin.

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis gehören an: Dr. Wilm Herlyn (Chefredak­teur Deutsche Presse-Agentur, Hamburg), Bernd Hilder (Chefredakteur „Leipziger Volkszeitung“), Bascha Mika (Chefredakteurin „taz – die tages­zeitung“, Berlin), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen), Stephan Richter (Chefredakteur Schleswig-Hols­teinischer Zeitungsverlag, Flensburg), Evelyn Roll (leitende Redakteurin „Süddeutsche Zeitung“, München), Werner Schwarzwälder (ehemaliger Chefredakteur „Südkurier“, Konstanz), Franz Sommerfeld (Chefredakteur „Kölner Stadt-Anzei­ger“) sowie Dr. Uwe Vorkötter (Chefredakteur „Frankfurter Rundschau“).

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