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27. August 2003 | Namen und Nachrichten

Neue Studien

Bereits abgeschlossen ist eine breit angelegte Studie über die Darstellung von Kindern in der Zeitung (World Child Coverage Study), die der norwegische Kinderpsychologe Magne Raumdaalen und Jan Vincens Steen, NIE-Experte des norwegischen Zeitungsverlegerverbands, durchgeführt haben. Die Ergebnisse werden beim fünften Weltkongress für junge Leser in Helsinki vorgestellt.

 

Für die Studie erhielten Schulklassen in mehr als 30 Ländern den Auftrag, vom 31. März bis zum 4. April täglich ihre lokale oder regionale Zeitung auszuwerten und einzuordnen. So wie die Untersuchungswoche waren auch die Kategorien vorgegeben: Kinder leisten Großartiges, Kinder in der Politik, Kinder als Opfer, Kinder helfen anderen, Kinder als (Straf-)Täter, Kinder in der Schule sowie eine Kategorie nach eigener Wahl. Dabei sollten die teilnehmenden Kinder im Alter von elf und zwölf Jahren zum einen die Textmenge und den Umfang der eingesetzten Fotos und Illustrationen bestimmen, zum anderen Vorschläge zur Darstellung von Kindern in der Zeitung machen. Neben Schulklassen aus Australien, Belgien, Brasilien, Ghana, Indien oder USA hat auch eine Klasse aus Hamburg an dieser weltweiten Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Zeitungen (WAN) entstanden ist, teilgenommen. Ausgewertet wurde das „Hamburger Abendblatt“, das den Kindern in dieser Zeit unentgeltlich zuging. NIE-Experte Jan Vincens Steen hat die Ergebnisse der Hamburger Schulklasse für die Sonderausgabe von „BDZV Intern“ vorab zugänglich gemacht. Danach fielen die meisten Einträge auf die Kategorie „Kinder leisten Großartiges, bei den Fotos rangierte diese Kategorie auf Platz zwei. Mit weitem Abstand Platz eins in der Fotoberichterstattung und Platz zwei beim Textumfang nahm die Kategorie „Kinder als Opfer“ ein. Dies sei, schrieb dazu die Klasse, gewiss auch dem Krieg im Irak geschuldet, doch habe es auch darüber hinaus zahlreiche Situationen gegeben, in denen Kinder als Opfer geschildert würden. Ferner widmete das „Hamburger Abendblatt“ in der Untersuchungswoche Schulaktivitäten viel Raum. Artikel, in denen Kinder beschrieben wurden, die anderen helfen, fehlten dagegen ganz. Als „ermutigend“ empfand es die Schulklasse, dass es kaum Artikel gab, in denen Kinder als Straftäter dargestellt wurden. Die drei wichtigsten Nachrichten in der Untersuchungswoche waren aus Sicht der Kinder die Berichterstattung über den Irakkrieg, die Berichterstattung über die Ausbreitung des SARS-Virus sowie ein Artikel über den möglichen Durchbruch bei der Suche nach einem Impfstoff gegen Gehirnhautentzündung.

 

Im Rahmen der geplanten NIE-Modellstudien, die mit den Mitteln von Norske Skog in bescheidenem Rahmen gesponsert und danach anderen Ländern zum Nachmachen zur Verfügung gestellt werden, hat der WAN bereits zwei Projekte bewilligt: in Argentinien soll die Untersuchung „Journalist for a day“ (Journalist für einen Tag) zeigen, ob und wie sich das Selbstbewusstsein von Kindern verändert, die als Reporter für „Zeitung in der Schule“ erstmals selber Texte recherchieren, schreiben und sich dann gedruckt in der Zeitung wiederfinden.

 

Um die Wirkung von NIE geht es auch in einer Untersuchung, die Island, Schweden, Dänemark und Norwegen gemeinsam veranstalten. Pro Land nehmen insgesamt zwölf Schulklassen mit Schülern im Alter von 15 und 16 Jahren teil. Die Jugendlichen werden jeweils am 1. September, 1. Dezember (2003) und 1. März (2004) nach ihrer Einstellung zur Zeitung und zum Zeitunglesen befragt. Das Besondere: Jeweils vier der zwölf Schulklassen erhalten drei Monate lang kostenlos die Tageszeitung und nehmen an NIE-Projekten teil; weitere vier Klassen erhalten kostenlos die Zeitung, jedoch ohne Förderung; die verbleibenden vier Klassen erhalten weder Zeitung noch Förderung. Nach Abschluss des Projekts bekommen die beteiligten Zeitungen eine eingehende Auswertung. Die Untersuchungsdesigner erhoffen sich von der Studie klare Aussagen über die positive Wirkung von Leseförderungsmaßnahmen.

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