Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

22. Mai 1997 | Digitales

Neue Konkurrenz im Werbemarkt

Branchenfremde mit elektronischen Rubrikanzeigen

Nicht nur Zeitungsverlage auch neue Anbieter haben elektronische Rubrikenmärkte aufgebaut, unter denen die Job- und Immobilienmärkte am weitesten entwickelt sind.

"Elektronische Stellenmärkte haben Zukunft", erklärte Dr. Hans Böhm, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung gegenüber dem "Handelsblatt". So ist es nicht verwunderlich, daß derzeit bereits über 30 Stellenbörsen via Internet und Online-Dienste angeboten werden. Gegenüber den Stellenmärkten in Tages- und Wochenzeitungen versuchen die neuen Anbieter vor allem die günstigen Preise und die längere Verfügbarkeit ins Feld zu führen. Die langen Laufzeiten der Anzeigen führen jedoch in einzelnen Fällen auch zu einer Überalterung der Anzeigen, so daß die Qualität der Stellenmärkte leidet. Als Reaktion auf die Konkurrenz-Online-Stellenmärkte haben viele Zeitungen beschlossen, keine Verweise auf Internet-Märkte in ihren Printanzeigen zu dulden. Als Konkurrenz mit einer völlig neuen Dimension schätzen die Personalvermittlungsbüros Datenbanken mit anonymisierten Bewerberprofilen ein. Diese Profile können von interessierten Unternehmen online oder offline recherchiert werden. Falls ein interessanter Kandidat ausfindig gemacht wird, werden die kompletten Unterlagen gegen eine Gebühr übersandt.

Ebenfalls sehr differenziert stellt sich der Markt der elektronischen Immobilienvermittlung dar. Betreiber sind hier Online-Anbieter oder Maklergesellschaften, die teils regionale teils überregionale Immobilieninformationen anbieten. Einzelne Immobilienbörsen mit dem Schwerpunkt kommerzieller Investoren bieten darüber hinaus zielgruppengerecht Zusatzinhalte über Yacht- und Golfsport an. Neu in diesem Markt sind die Aktivitäten der Maklerverbände Verband Deutscher Makler (VDM) und Ring Deutscher Makler (RDM), die mit Hilfe ihrer Mitgliedschaft versuchen nationale Immobilienbörsen aufzubauen. Daß es für die neugegründeten Immobilienbörsen teilweise sehr schwierig ist an Anzeigeninhalte zu gelangen, zeigen die Versuche der Firma d-immo durch Kooperationen mit Zeitungsverlagen die eigenen Plattform mit Leben zu erfüllen.

Daß der Anzeigenteil der Zeitungsverlage nicht ohne Kooperationsvertrag von elektronischen Anbietern übernommen werden darf, hatte das Berliner Landgericht kürzlich am Beispiel eines über Internet verbreiteten elektronischen Stellenmarkts entschieden. Das Landgericht vertrat in seinem Urteil die Ansicht, daß es sich hierbei um eine "sittenwidrige Ausbeutung" fremder Leistung handele.

Quellen: business online 4/97, Handelsblatt 4./5. 4. 1997, w&v new media report 4/97, dpa-informationen 30.1.1997.
Eine Liste ausgewählter elektronischer Stellen- und Immobilienmärkte ist als Anlage dem Multimedia Report beigefügt.

zurück