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26. Juni 1997 | Digitales

Neue Ergebnisse der WWW-Benutzeranalyse (W3B)

Trotz großer Teilnehmerzahl sind Online-Interviews nicht repräsentativ

Wegen der hohen Kosten für repräsentative Befragungen der Online-Nutzerschaft konzentriert sich die Online-Medienforschung derzeit noch auf nichtrepräsentative Internetbefragungen. Die größte Befragung dieser Art, die sogenannte W3B-Studie, veröffentlichte vor kurzem die Ergebnisse der vierten Befragungswelle.

Das Internet befindet sich auf dem Weg zu einem "Medium für alle". Zu diesem Schluß kommen die demografischen Basisdaten der jüngsten W3B-Erhebung. Der Frauenanteil steigt, das Durchschnittsalter wird höher und die Altersverteilung wird breiter. Abgerundet wird diese Entwicklung durch einen sinkenden Studentenanteil. Klare Präferenzen gibt es auch bei der Bewertung unterschiedlicher Mediengattungen. Online Tageszeitungen werden in erster Linie mit Kompetenz für aktuelle Informationen und Nachrichten gleichgesetzt, während Online-Angebote der TV-Sender mit Unterhaltung und Entertainment in Verbindung gebracht. Erstaunlich ist die Einschätzung der Kompetenz für Informationen aus Wirtschaft und Politik. Hier liegen die Online-Tageszeitungen weit hinter den Online-Magazinen und Online-Wirtschaftszeitschriften.

Obwohl viele dieser Ergebnisse wie beispielsweise die Annäherung der Nutzerstruktur an das demografische Gefüge der Gesamtgesellschaft mit den Ergebnissen anderer repräsentativer Umfragen übereinstimmen, sind die Ergebnisse nicht repräsentativ. Hintergrund ist das Problem der Selbstselektion. Letztlich entscheidet jeder Nutzer selbst, ob er sich die Zeit nehmen möchte, an dieser Umfrage teilzunehmen. Angesichts einer Befragungsdauer von 20 Minuten werden sicherlich Internet-Nutzer, die nicht für den Telekommunikationszugang bezahlen müssen und darüber hinaus einiges an Zeit erübrigen können, überpropertional vertreten sein. "Wenn ich auf dem Marktplatz ein Schild aufstelle: 'Heute Marktforschung im dritten Stock', so erhalte ich auch keine repräsentativen Ergebnisse", so der Kommentar eines Marktforschers zur Verwertbarkeit der Ergebnisse aus Online-Befragungen, die über Banneranzeigen beworben werden. Daß es für die Zielgruppe der Online-Nutzer noch keine repräsentative Befragung gibt, liegt an der problematischen Struktur der Nutzerschaft. Zum einen umfaßt die Zahl der Online-Nutzer nach wie vor nur einen kleinen Ausschnitt aus der Bevölkerung, da sie sich sehr schnell und sehr dynamisch verändert. Klassische Ansätze wie beispielsweise Panels werden daher allein aufgrund der hohen Betreuungskosten sehr teuer. Bezogen auf das derzeitige Online-Werbevolumen sind repräsentative Untersuchungen auf klassischer Basis daher in naher Zukunft nicht zu erwarten. Um für die Nutzer der Forschungsdaten eine größere Transparenz in bezug auf die eingesetzten Methoden zu erhalten, arbeitet der BDZV gemeinsam mit weiteren Verbänden der Kommunikationsbranche in der Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (AGOF) an einer Standardisierung der Forschungsansätze.

Quelle: Ergebniszusammenfassung unter www.w3b.de.

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