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02. November 2009 | Digitales

Neue Bezahlsysteme sollen Verlagen zusätzliche Einnahmen erschließen

Google macht Verlagen Angebot

Die Debatte um Bezahl-Inhalte erlebt derzeit eine Renaissance. Seit Wochen kündigen deutsche Zeitungshäuser an, für Teile ihrer Inhalte im Web künftig Geld zu verlangen. Paid Content, also die Bezahlung für exklusive journalistische Angebote oder spezielle Dienstleistungen, soll sich neben der Online-Werbung als eine zweite Refinanzierungssäule etablieren. Warum Bezahlinhalte bisher nicht richtig funktionieren, liegt auch an der Ausrichtung der etablierten Micropayment-Systeme, die bisher auf E-Commerce fokussiert sind.

Diese Bezahlvorgänge sind für den Verkauf von elektronischen Inhalten zu umständlich, weil sie zu viele Schritte erfordern. Von den Lesern zu verlangen jedes Mal ihre Kreditkarte zu zücken, wenn sie einen Artikel lesen möchten, ist nicht praktikabel. Da die Kreditkartenunternehmen Transaktionsgebühren verlangen, gibt es einen Mindestbeitrag, der meist bei zehn Dollar liegt – erheblich mehr als man für Artikel zu zahlen bereit wäre. Wie also lässt es sich realisieren, sehr kleine Beiträge für eine sofortige Gegenleistung in Form eines Artikels zu verlangen. Die Lösung ist die Einrichtung eines virtuellen Geldbeutels, aus dem Kleinstbeiträge bezahlt werden. Ein anderes Modell hat zum Beispiel der Internet-Telefondienst Skype Paid Contentgewählt, der von Teilnehmern für das Telefonieren die Einzahlung eines Guthabens verlangt, das dann nach und nach in Bruchteilen aufgebraucht werden kann. Das Abrechnen von Kleinstbeiträgen ist ein bisher ungelöstes Problem im Web. Da nicht nur E-Payment-Anbieter Anteile am Umsatz verlangen, sondern zur gleichen Zeit auch die Kreditkartenfirmen, bleibt aus dem Verkauf von Netz-Inhalten bei Kleinstbeträgen kaum etwas vom Umsatz über.

PayPal (paypal.com)

Bei höheren Preisen dagegen können Bezahlsysteme lukrativ sein. Das beweist der Marktführer PayPal, eine Tochter des Online-Auktionshauses Ebay. PayPal übernimmt die Online-Zahlungsabwicklung für kommerzielle Sites und berechnet im Gegenzug eine Gebühr, was es für Kleinstbeträge (unter einem Dollar) unpraktikabel macht. Paypal nahm im zweiten Quartal 669 Millionen Dollar ein, elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Google Checkout (checkout.com)

Auch Google hat sich in die Debatte eingeschaltet und dem US-Verband der Zeitungsverleger ein Diskussionspapier mit Vorschlägen für ein universelles Bezahl-System zugeschickt. Auf der Basis seines bestehenden Zahlsystems Checkout will Google bis zum kommenden Jahr ein System entwickeln, dass Verlage sowohl für Online-Abonnements wie für Micropayments einsetzen können. Das Projekt ist allerdings noch in einem frühen Planungsstadium, wie Google zugibt. Der BDZV erkennt in Googles Vorschlägen ein Umdenken, warnte zugleich aber vor einem neuen Datenmonopol. In Deutschland ist Checkout bisher nicht sehr weit verbreitet.

Click and Buy (clickandbuy.com)

Der deutsche Markt der elektronischen Zahlungssysteme wird mit Abstand vom deutschen Anbieter Click and Buy dominiert. Click and Buy ist ein Prepaid-System mit dem Vorteil, dass keine persönlichen Angaben online übermittelt werden und dass man das eigene Konto bei teilnehmenden „Convenience Shops“ aufladen kann. Click and Buy erhält bei jeder Transaktion eine Pauschalsumme in Höhe von 35 Cent plus 2,9 Prozent vom Umsatz.

Pressload (pressload.de)

Pressload hat ein Micropayment-System entwickelt, das auf die Bedürfnisse der Verlagswelt zugeschnitten ist und es ermöglicht, Online-Inhalte im Cent-Bereich zu vermarkten. Der Kunde führt ein Prepaidkonto und kann dieses per Überweisung, Lastschrift oder Kreditkarte aufladen. Die Transaktionsabwicklung erfolgt über Widgets auf der Website des Verlages, wobei freie und kostenpflichtige Inhalte in Koexistenz nebeneinander stehen. Teile des kostenpflichtigen Inhalts sind frei. Der Kunde weiß, was er bekommt und die Inhalte werden durch Google indexiert und sind somit auffindbar. Der Bezahlvorgang kann in einem Schritt ohne umständliche Eingabe von ID und Passwort durch ein intuitiv zu bedienendes Widget erfolgen. Der kostenpflichtige Inhalt wird in einem separaten Fenster angezeigt. Dadurch gehen keine Werbeeinnahmen verloren und man ist sofort wieder auf der Ausgangsseite. Besonderes Augenmerk wurde auf die Einbindung in den Verlagsprozess gelegt mit der Möglichkeit kostenpflichtige Inhalte schnell zu verändern und Preise jederzeit anpassen zu können. Der Integrationsaufwand ist gering, was vor allem kleinen und mittleren Verlagen zu Gute kommt. Pressload steht ab Anfang 2010 zur Verfügung.

ApertoMove (apertomove.de)

„Bezahlen per Handyrechnung“ zielt darauf ab, digitale Güter einfach per Handy und ohne vorherige Registrierung bezahlen zu können. Wenn ein Nutzer auf einer Zeitungswebsite beispielsweise einen Artikel kaufen möchte, gibt er seine Mobilfunknummer in ein Online-Formular ein. Nach der Eingabe läuft im Hintergrund die Validierung gegenüber den Mobilfunkanbietern. Die Daten werden innerhalb von 5 Sekunden geprüft. Der Nutzer erhält daraufhin auf sein Handy eine SMS mit einer PIN. Nach Eingabe dieser PIN auf der Website, ist der Artikel direkt freigeschaltet. Alle Netzbetreiber unterstützen den Prozess und garantieren hundertprozentige Ausfallsicherheit für den Anbieter. Das Ziel besteht darin, dem Endkunden einen sehr einfachen, schnellen und anonymen Weg des Bezahlens anzubieten. Mit der Payment-Methode besteht zudem die Möglichkeit, Content über andere als die eigenen Portale anzubieten. Mittels sogenannter Sales Widgets, die auf Facebook, MySpace oder anderen Social Media Portalen integriert werden, können Nutzer Zeitungsinhalte per Handyrechnung erwerben.

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