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08. Mai 2013 | Lob und Preis

Nannen-Preis vergeben/Anneliese Friedmann für Lebenswerk geehrt

Für ihre herausragenden journalistischen Leis­tungen wurden am 26. April 2013 in Hamburg mit dem Henri Nannen Preis ausgezeichnet: Wolf­gang Kaes vom "Bonner General-Anzeiger"; Fa­bian Gartmann und Sönke Iwersen ("Das Han­delsblatt") sowie Bernd Ulrich und Heike Faller von "Die Zeit" (Bereiche Essay und Reportage). Darüber hinaus wurden die Redaktion der "Fi­nancial Times Deutschland" für ihre letzte Aus­gabe und René Wappler von der "Lausitzer Rund­schau" für seinen mutigen Einsatz gegen rechte Gewalt geehrt. Kaes überzeugte die Jury im Be­reich Investigation mit seinem Stück über einen ominösen Todesfall. Seine aufwendigen Recher­chen zwangen die Behörden schließlich dazu, die Ermittlungen wieder aufzunehmen und führten letzten Endes zum eigentlichen Täter. Das "Han­delsblatt"-Team Fabian Gartmann und Sönke Iwersen beeindruckte mit seiner Doku­mentation über den Auf- und Abstieg von Anton Schlecker. "Die Stärke des Textes ist die enorme Fülle an Details, an zusammengetragenen Sze­nen und Zitaten – und das bei einem Mann, des­sen letzter öffentlicher Auftritt mehrere Jahre zurückliegt", hieß es bei der Preisverleihung vor mehr als 1.200 geladenen Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur. Preisträger René Wappler wurde für seinen besonderen Einsatz für die Pressefreiheit ausgezeichnet. Er hatte im April 2012 über einen Aufmarsch von vermumm­ten Jung-Nazis im brandenburgischen Sprem­berg geschrieben. Kurz nach Veröffentlichung des Berichts in der "Lausitzer Rundschau" wurde die Redaktion mit rechtsradi­kalen Parolen be­sprüht, Fenster mit Blut be­schmiert und Innereien eines Schweins am Redaktionsschild aufgehängt. Wappler berichtete weiter unbeirrt über die rechte Szene in seiner Heimat, "das brandenburgische Innenministerium be­scheinigt der Lausitzer Rundschau einen auf­merksamen und für die Rechten unbequemen Umgang mit dem Thema Rechtsextremismus", urteilte die Jury.

Mit dem Preis für das Lebenswerk wurde die Journalistin und Herausgeberin der Münchner „Abendzeitung“, Anneliese Friedmann, geehrt. Anneliese Friedmann hatte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Kunstgeschichte und Thea­terkritik in München studiert und ging als einzige Volontärin ihres Jahrgangs zur "Süddeutschen Zeitung", deren Modejournal sie in den 1950er Jahren leitete. Von 1960 an schrieb sie unter dem Pseudonym „Sibylle“ zehn Jahre lang ihre legendäre Kolumne für den "Stern". Nach dem Tod ihres Mannes Werner Friedmann 1969 über­nahm sie die Leitung der "Abendzeitung" in Mün­chen, deren Herausgebe­rin sie bis heute ist.

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