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15. Juli 2011 | Allgemeines

Nachwuchsführungskräfte plädieren für integrierte Medienunternehmen

Erstes BDZV/ZV-Sommercamp erfolgreich in Berlin beendet

Redaktion, Vertrieb, Marketing und Anzeigenabteilung müssen zu einer großen Einheit zusammenwachsen, um sich neue Potenziale zu erschließen – das ist die klare Botschaft der Teilnehmer des ersten BDZV/ZV-Sommercamps, das Ende Juni 2011 in Berlin stattfand.

Vier Tage lang diskutierten 20 Nachwuchs­führungskräfte der deutschen Verlage, davon allein sieben von der WAZ-Mediengruppe (Essen), wo das Sommercamp Bestandteil der Traineeausbildung ist, über Changeprozesse in Medienhäusern, innovative Vermarktungs­konzepte für Print- und Digitalangebote und über neue Formen der Kundenansprache. Dazu gehört auch, so das Credo der Veranstaltung, sich von alten Strukturmodellen in den Verlagen zu verabschieden. „Es geht darum, unsere Leser – unsere Kunden mit Produkten zu erreichen, die genau zu ihnen passen“, so eine der Teilnehmerinnen. Zeitungen müssten sich noch stärker Teilzielgruppen öffnen und deren Bedürfnisse ernst nehmen, so eine weitere Erkenntnis. Vor diesem Hintergrund entwickelte die Gruppe unter Anleitung von Verlagsberater Professor Joachim Blum unter anderem Ansätze für ein neuartiges Studenten-Abo, redaktionell angereicherte Immobilien-Apps und Pläne für ein Verlagsprodukt, das sich an ausländische Mitbürger richtet.

Weiterer Schwerpunkt der Werkstatt für den Führungsnachwuchs war das Thema Social Media und dessen Einsatzmöglichkeiten für Verlage. „Gehen Sie nicht blind in die Netzwerke, sondern überlegen Sie sich, was sie dort wollen – verkaufen oder kommunizieren“, lautete der Rat von Robert Krause, Geschäftsführer der Berliner Social-Media-Agentur „Revolution per Minute“. Unternehmen dürften nicht glauben, dass gute Präsenzen in Facebook und Co. kostenlos oder mit einem Minibudget zu realisieren seien. „Wer Erfolg in sozialen Netzwerken haben will, muss guten Content bieten, eine zuverlässige technische Abwicklung garantieren und bereit sein, zu investieren“, so der Social-Media-Experte.

Darüber hinaus stand die systematische Marktforschung auf dem Seminarplan. „Wir wissen schon sehr viel über unsere Zielgruppen und dennoch sind wir täglich auf der Suche nach neuem Input von unseren Zuschauern“, erläuterte Tobias Dettling von MTV. Um diesem Ansatz gerecht zu werden, begleitete MTV mehrere Tage lang Jugendliche, um sich „selbst ein Bild von deren Lebensumfeld und Mediennutzung zu machen“. Die Arbeit an der Basis, an den Zuschauern und Lesern sei es, die Marktforschung erst erfolgreich mache.

Marktforschung und das Erproben neuer Wege in der Kundenansprache stehen auch im Mittelpunkt der Arbeit der Flagship-Stores des Reiseunternehmens TUI und der Deutschen Bank, die ebenfalls von den Teilnehmern des Sommercamps besucht worden. „Hier wird der Willen zum Wandel greifbar“, resümierte Joachim Blum. So hat TUI sein Reisebüro im Herzen Berlins zu einer Lounge umgebaut und erziele damit deutlich höhere Umsätze als normale Reisebüros. „Hier wird die Reise nicht als Produkt verkauft, sondern hier gehen Träume über den Tisch“, fassten die Teilnehmer die Eindrücke zusammen.

Mit dem Besuch der Axel Springer Akademie, der „Welt“-Redaktion und dem Designbüro KircherBurkhardt waren drei weitere Exkursionen Teil des Camps. Bei KircherBurkhardt gewährte Kreativitätschefin Henriette Dieckhoff Einblicke in die komplexen Prozesse des modernen Storytellings auf iPad und Co. und zeigte am Beispiel der „Stuttgarter Zeitung“ den Prozess eines Zeitungsrelaunches auf.

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