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29. Oktober 2010 | Allgemeines

Nach dem „Mutterjahr aller Kalamitäten“: Die aktuelle Situa¬tion der US-Zeitungsindustrie

mediaXchange – bereits das Motto des Jahres­kongresses der NAA brachte den Veränderungs­prozess zum Ausdruck, in dem sich die Zeitun­gen befänden. „The World is changing and so are we“, brachte John F. Sturm, Präsident und CEO der NAA, diese Erkenntnis auf eine Formel. Für die Zeitungen geht es darum, Leser und User dauerhaft zu erreichen und an die Marke zu binden. George Irish, der scheidende Vorsitzende der NAA, konstatierte, dass sich der Markt hin zu digitalen Medien än­dere. „Viele von uns verstehen dies, aber viele andere unterschätzen es.“ Zur Untermauerung seiner These verwies Irish auf die von Nielsen Media Research ermittelte Zahl von 75 Millionen Men­schen, die aktuell als Nutzer der Websites der US-Zeitungen registriert worden sind. Für die Weiterentwicklung des Geschäftsbereichs sei es von gro­ßem Vorteil, dass 57 Prozent dieser Nutzer die Online-Auftritte der Metropolen- und Lokalzeitun­gen als ihre erste Wahl bei der Suche nach In­formationen bezeichnen.

Sturm sagte, die US-Zeitungen blickten vor al­lem aufgrund übergeordneter Entwicklungen auf ein Krisenjahr zurück. Die USA habe 2009 die größte wirtschaftliche Krise erlebt, „die wir in den vergangenen Jahrzehnten durchmachen muss­ten“, und diese habe auch die Zeitungen hart getroffen. Aber die Zeitungshäuser hätten nach seiner Auffassung zu einem Teil richtige Schlüsse aus dieser Situation gezogen. Insbe­sondere hätten sie ihre Grundhaltung im Über­gang von der analogen zur digitalen Medienwelt entscheidend geändert. „Wir haben uns von der Position ‚print oder digital’ hin zu ‚print und digital’ entwickelt“, stellte er klar.

Im Online-Bereich haben die US-Zeitungsun­ternehmen ihre Situation verbessert. Sturm nannte beispielhaft:

· Zeitungswebsites werden immer beliebter, binnen eines Jahres konnte die Zahl der Be­sucher um 1,7 Millionen von 73,3 auf 75 Mil­lionen/Monat gesteigert werden.

· 57 Prozent der Websites, die die US-Zeitun­gen neu kreiert haben, sind ausschließlich auf lokale Themen und Ereignisse ausge­richtet. Dies ist ein Hinweis auf die verstärkte Zuwendung der Zeitungshäuser zum Loka­len und Hyperlokalen, um nicht genügend erschlossene Potentiale im Leser- wie im Werbemarkt anzugehen.

· 82 Prozent der Zeitung lesenden erwachse­nen US-Amerikaner haben auf Grund von Werbeimpulsen (zum Beispiel Coupons) im März 2010 Kauf- oder Bestellaktivitäten ein­geleitet. Bei Nichtlesern ist die Quote 36 Prozent.

Mark G. Contreras, Senior Vice President der Zeitungskette The E.W.Scripps Co., nannte das Jahr 2009 „die Mutter aller Kalamitäten“. In einem selbstkritischen Rekurs auf die Unternehmen sagte Contreras, der als Nachfolger von George B. Irish zum Vorsitzenden der NAA gewählt wurde, die Transformation der Branche sei teil­weise von denen aufgehalten worden, die sie betrieben. Nach Ansicht von James C. Currow, Executive Vice President Morris Communications Corp., ist die Transformation der US-Zeitungsin­dustrie „überfällig“. Die Zeitungen hätten über eine lange Zeit wirtschaftlich erfolgreiche Zeiten erlebt und „den Ruhm abgeschöpft“. Er beschwor die Zeitungsmanager, nunmehr die Erneuerun­gen anzugehen, die „wir schon die ganze Zeit über hätten einleiten sollen“.

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