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05. Mai 2008 | Digitales

Mobiles Internet gewinnt für Verlage an Bedeutung

Anzahl Handynutzer in einem Jahr verdreifacht

Mobiles Internet liegt im Trend – immer mehr Menschen nutzen ihr Handy für einen Ausflug ins Web. Von Anfang 2007 bis Anfang 2008 hat sich der Anteil der Handynutzer, die mit ihrem Mobiltelefon im Netz surfen, mehr als verdreifacht. Nach einer Studie des Instituts TNS Emnid stieg der Anteil von vier auf 13,7 Prozent.

Dabei passen sich speziell für das Handy optimierte Portale automatisch an die Eigenschaften der jeweiligen Geräte an. Neue Gerätegenerationen mit großen Displays sorgen ebenso wie schnellere Übertragungs-geschwindigkeiten dafür, dass das Surfen im Web einfacher wird. Über 90 Prozent aktueller Mobiltelefone sind bereits internettauglich. Seit Mitte 2007 versuchen die großen Netzbetreiber den Nutzern zudem mit mobilen Datenflatrates die Scheu vor dem teuren Surfen per Handy zu nehmen. „Das mobile Internet hat in den vergangenen sechs Monaten einen deutlichen Schub erlebt“, bestätigt auch Dirk Kraus, Geschäftsführer des Mobile-Marketing-Anbieters Yoc gegenüber acquisa. „Die monatlichen Zuwachsraten der Reichweiten bei den von uns betriebenen mobilen Portalen bewegen sich konstant im zweistelligen Bereich.“

Seit Oktober 2007 bieten die dpa-infocom und der Online-Vermarkter OMS Verlagen die Möglichkeit an, mit einem eigenen Portal in die Welt des mobilen Internets einzusteigen. Der Verlag bestimmt dabei über Layout und Struktur des Portals und wählt Inhalte aus seinen eigenen lokalen Schlagzeilen oder dem Nachrichtenportfolio der dpa aus. Da die Daten für die Handy-Ausgabe automatisch aus dem Content Management System der Zeitungswebsite bezogen werden, sind weder kostspielige Strukturen aufzubauen noch eine separate Verwaltung notwendig. Das mobile Portal ist für die Nutzung auf dem Handy optimiert und passt sich an die Eigenschaften, wie Displaygröße, Betriebssystem und Browser, von derzeit über 4.000 Endgeräten an. „Mit der mobilen Offensive machen wir den frühzeitigen Eintritt der regionalen Zeitungsverlage in den mobilen Markt möglich“, so Georg Hesse, Geschäftsführer des Online-Vermarkters OMS. Die erste Tageszeitungswebsite, die diesen Dienst nutzt, ist die „Glocke“ aus Oelde. Gestartet wurde der mobile Service im Januar 2008. Der Dienst ist kostenlos und kann unter der Adresse mobil.die-glocke.de im Browser des Handys abgerufen werden. Momentan werden acht Rubriken angeboten, darunter News, Sport, Lokales und Unterhaltung. Geplant sind ein Sport-Liveticker und ein Veranstaltungskalender. Die OMS übernimmt die Vermarktung der mobilen Websites. „Mit dem neuen Angebot wollen wir Neukunden gewinnen, die vor allem in mobilen Umfeldern werben“, so Hesse. Andererseits sollen Online-Kampagnen auf dem OMS-Portfolio auf mobile Endgeräte verlängert werden. Abgerechnet wird nach einem Revenue-Share-Modell.

Bereits im Februar 2007 startete die Zeitungsgruppe Thüringen mit ihren Tageszeitungen „Thüringer Allgemeine“, „Ostthüringer Zeitung“ und „Thüringische Landeszeitung“ drei mobile Portale. Im Mittelpunkt stehen dabei die Top-News aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur sowie ein aktueller Thüringen-Ticker. Die zur WAZ-Mediengruppe gehörenden Zeitungstitel bieten zudem mobil einen großen Veranstaltungskalender. Außerdem gibt es Serviceangebote wie Verkehrsmeldungen zu Staus und Blitzern, das Kinoprogramm, Sportereignisse und Sporttabellen, ferner Daten für fast 1400 Spielklassen in über 20 Sportarten und ein Tippspiel. Entwickelt wurden die Mobilportale von der adesso mobile solutions GmbH, einem Dortmunder Spezialisten für Mobile Marketing.

Die mobile Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ ist seit März 2007 über die Internet-Adresse mobil.sueddeutsche.de abrufbar. Im Januar 2008 wurde die komplette Immobilienbörse von sueddeutsche.de in den mobilen Kanal integriert. Durch die Einbindung des Adservers von QualityChannel in den mobilen Auftritt ist auch die Vermarktung sichergestellt.

 

Mobile Tagging – Gedruckte und mobile Welten verbinden

In Japan ist das sogenannte Mobile Tagging schon seit vielen Jahren beliebt. In Deutschland findet es zunehmend Anhänger. Mobile Tagging (ausführliche Erklärung siehe Rubrik „Stichwort“) ist die neueste Art, traditionelle Offline-Medien mit Online zu verbinden. Mobile Tagging basiert auf visuellen Codes, die von Mobiltelefonen gelesen werden können. Dazu wird jede beliebige Handykamera benutzt, auf der eine spezielle Software installiert ist, die man sich aus dem Internet herunterladen kann. Nach der Installation kann man die an den bekannten Barcode erinnernden 2D-Codes mit dem Handy abfotografieren und wird automatisch zu einer mobilen Website geleitet oder erhält einen mobilen Content – je nachdem, welcher Aufruf in dem sogenannten Matrixcode als optisch verschlüsselte Information hinterlegt wurde.

Seit November 2007 nutzt „Welt kompakt“ den 2D-Code in der Zeitung. Der Nutzer liest in „Welt kompakt“ zum Beispiel einen Bericht über YouTube. In dem Text findet er einen abgedruckten 2D-Code. Der Leser nimmt sein Handy, hält es mit der Kamera über den Code und sein Telefon leitet ihn auf das Video weiter. Die Codes verschlüsseln Text oder Internet-Adressen und den Impuls für das Handy, der den Nutzer auf die Websites führt.

Das macht sich auch die Single-Börse Neu.de zunutze. Die Profile der registrierten Nutzer auf neu.de werden mit einem sogenannten BeeTagg versehen. Dieser kann vom Bildschirm abfotografiert, ausgedruckt, auf T-Shirts gedruckt oder anderweitig verbreitet werden. Jeder User kann einen Link zu seinem Online-Profil als 2D-Code generieren, publik machen und darüber auf sich aufmerksam machen. „Ziel ist die Offline-Verbreitung von Neu.de über die klassischen Medien Plakat, TV und Radio hinaus“, sagt Neu.de-Geschäftsführer Sven Jan Arndt gegenüber der Fachzeitschrift Horizont. Neu.de kooperiert mit der Holtzbrinck-Tochter Proserv, die den schweizerischen Tag-Spezialisten Beetagg in Deutschland vertreten.

 

Mobile Advertising

Werbebanner erobern zunehmend auch das Handy. Nach Expertenschätzung hat diese Werbegattung das Potenzial, in vier bis fünf Jahren das derzeitige Volumen der Banner-Werbung im Internet zu erreichen. Hauptargument für den Einsatz mobiler Banner ist die Nähe zum Verbraucher. Es ist der direkteste Kontakt, den ein Werbetreibender mit einem Kunden überhaupt haben kann. Der Nutzer hat die Möglichkeit, sofort und ohne Medienbruch auf die Werbeansprache zu reagieren, zum Beispiel per SMS oder Anruf. Banner auf mobilen Portalen haben zudem noch eine Alleinstellung im Handydisplay. Die Klickraten betragen durchschnittlich drei Prozent. Stationäre Internet-Banner erreichen dagegen eine Klickrate von nur 0,1 Prozent.

Als größte Hindernisse für die Weiterentwicklung des Mobile Advertisings gelten die fehlenden Standards bei den mobilen Werbeformen. Sie sorgen dafür, dass für jeden Handy-Typ unterschiedliche Banner entwickelt werden müssen. Dabei gilt es nicht nur, die Formate der Displays zu beachten, sondern auch die verschiedenen Schriftarten und -größen sowie die unterschiedlichen Browser und Scroll-Balken. In der Folge kommen bislang fast nur statische Banner zum Einsatz. Rich-Media-Anwendungen beschränken sich meistens auf animierte Grafiken. Werbe-Videos sind noch die absolute Ausnahme. Eine weitere Barriere ist der intime und private Charakter des Handys. Er bewirkt, dass Werbung leicht als belästigend und als Eingriff in die Privatsphäre empfunden wird. Daher müssen die Werber bei der Gestaltung der Banner auch besonders sensibel vorgehen. Trotzdem sind die meisten Agenturen und Dienstleister davon überzeugt, dass sich Mobile Advertising früher oder später durchsetzen wird.

 

„Mobiler Kompass“ und „Mobile Facts“

Seit Herbst 2007 entwickelt der Bundesverband digitale Wirtschaft (BVDW) zusammen mit der europäischen „Mobile Marketing Association“ ein Konzept für den „Mobiler Kompass“ (www.mobile-kompass.de). Als Standardwerk soll er die unterschiedlichen Technologien, Anwendungsgebiete und die Dienstleister ausführlich und gleichzeitig übersichtlich erfassen. Dabei sollen auch Themen wie Werbewirkung und ein intermedialer Vergleich zu den Vor- und Nachteilen des Werbemediums mobil Raum finden. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Entwicklung von Standards für das „Mobile Internet“. Was die Reichweitenforschung angeht, arbeitet der BVDW und die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (AGOF) mit Hochdruck an den „Mobile Facts“, die Mediaplanern die ersehnte Währung für das mobile Internet an die Hand geben sollen. Die „Mobile Facts“ sollen erste Reichweitendaten wie Mobile Unique User und Mobile Page Views für unterschiedliche Mobile-Internet-Seiten ausweisen. Erstmalig sollen sie im Herbst 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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