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23. Oktober 2002 | Allgemeines

Mobiles Internet 2: Bonuserlöse bei geringem Aufwand

Deutlich höhere Zahlungsbereitschaft der Nutzer

Auch wenn Anbieter und Nutzer auf komplexe UMTS-Anwendungen noch einige Zeit warten müssen, gibt es in Deutschland längst einen funktionierenden Versand interessanter Inhalte auf mobile Endgeräte. Dabei sind neben unterschiedlichen Anbietern etwa aus dem Telefoniebereich auch Verlage aktiv. Bereits seit einem Jahr beispielsweise sammelt die „Rheinische Post“ in Düsseldorf mit ihrem Internetangebot RP-Online Erfahrungen beim SMS-Verkehr mit Lesern, Abonnenten und Nutzern.

So berichtete RP-Online-Verlagsleiter Volker Pfau über die SMS-Dienstleistung „Alle Spiele, alle Tore“, bei der sich Abonnenten für 3,99 Euro pro Monat alle Tore der Ersten Bundesliga, aber auch der Fußballvereine Krefeld und Fortuna Düsseldorf zeitintensiv auf dem Handy anzeigen lassen können. Dieses Angebot sei komplett in den Work-flow der Redaktion integriert; ein Mausklick genüge, um die Informationen an die Abonnenten zu schicken. Ziel sei es, den Prozess der Informationsvermittlung um einen weiteren Schritt zu verlängern und bei geringem Aufwand Bonuserlöse zu schaffen. Derzeit biete RP-Online, wie Pfau weiter berichtete, vier SMS-Abos an, zehn sollen es insgesamt werden. Bisher habe man mehrere hundert Abonnenten gewonnen, Ende des Jahres 2003 sollen es mehrere Tausend werden.

 

Um ganz andere Nutzerdimensionen geht es bei E-Plus Mobilfunk in Düsseldorf, der exklusiv das in Japan zum Schlager gewordene Angebot i-mode via Handy an E-Plus-Nutzer vertreibt. Carsten Becker bezifferte die Zahl der Nutzer im sechsstelligen Bereich. I-mode sei für E-Plus ein Erfolg. Allerdings gelte es – auch mit Blick auf die Kostenfrage – die Scheu vor „allways on“, also der ständigen Online-Erreichbarkeit als Voraussetzung für das Funktionieren des Dienstes, abzubauen.

 

Volker Binder von Mobile Internet, T-Online (Weiterstadt) empfahl, bei der Anwendung von SMS „nicht von Anfang an das Maximum anzustreben“. Dies könne nur zu Enttäuschungen führen. Anders als E-Plus, das die Generierung und Umsetzung der Inhalte den Anbietern überlässt, ist Mobile Internet auch bei der Herstellung von Online-Inhalten tätig. Wie Binder berichtete, könne man an den Aktivitäten T-Onlines im Webbereich partizipieren, wobei die Redaktion hier im Sinne von „Content-Veredelung“ wirke.

 

Während im von „Focus“-Chefredakteur Markwort am gleichen Tag als „Schnorrermedium“ gescholtenen Internet die Zahlungsbereitschaft der Nutzer eher gering ist, scheint es vergleichbare Probleme bei dem Versand von mobilen Inhalten nicht zu geben. „Im Vergleich zum Internet ist die Zahlungsbereitschaft deutlich höher“, bestätigte etwa Volker Binder. Die Kunden seien dies – Stichwort: Telefonrechnung – gewohnt. Besonders gut genutzt würden Live-Informationen zu Sportveranstaltungen.

 

Auch Carsten Becker zeigte sich überzeugt, dass immer dann bezahlt werde, wo ein klarer Nutzen zu erkennen sei. Als komfortabelstes Abrechnungsverfahren empfahl er Subskriptions- (Abonnement) Systeme. Für RP-Online in Düsseldorf wickelt die Vertriebsabteilung der Zeitung die Abrechnung per Lastschrift ab. Pfau berichtete in diesem Zusammenhang von einem Gewinnspiel, das der Verlag erstmals auch per SMS angeboten habe. 15 Prozent der Reaktionen seien auf diesem Weg zurückgekommen – mit dem Vorteil, dass die Leser schnell und sofort reagiert hätten und der Verlag über valide Telefonnummern für die Gewinnerermittlung verfüge. Verblüffung im Auditorium löste Pfau bei der Antwort auf die Frage aus, was denn die Einrichtung des SMS-Systems für RP-Online gekostet habe: Gerade einmal 3.000 Euro! „Die Technik ist banalst“, versicherte der Düsseldorfer Verlagsleiter. Gebraucht würden Steckkarten, Zimmerantenne „und ein pfiffiger Programmierer“.

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