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28. März 2011 | Digitales

Mobile Angebote als Fernbedienung für die Alltagswelt

Zwei Kongresse: Perspektiven für Zeitungsverlage // von Katja Riefler

Der GSMA Mobile World Congress (MWC2011) Ende Februar in Barcelona und die Borrell Local Online Advertising Conference (LOAC2011) Anfang März in New York hatten eine Kernaussage gemeinsam: Mobiltelefone bilden zunehmend das Bindeglied zwischen Menschen, Medien und der realen Welt. Sie werden zur Fernbedienung für den Alltag. Mobile Breitbandzugänge werden innerhalb weniger Jahre einen Massenmarkt erreichen.

Die Zahl verkaufter Smartphones übertraf 2010 den Verkauf von PCs und Notebooks, Tablet-Computer verbreiten sich in höherem Tempo als jede Klasse technologischer Geräte zuvor. Nahezu alle Informationen werden wie Wasser oder Luft jederzeit und überall verfügbar. Medien können und dürfen diese Trends nicht ignorieren. Beide Arten von Endgeräten eröffnen Zeitungsverlagen Perspektiven auf neue Kommunikationsformen und neue Geschäfte.

Die Nutzung der digitalen Chancen erfordert allerdings ein Umdenken. Harvard-Professor Clayton Christensen, bekannt für seine Untersuchungen zu Innovationsprozessen und -hemmnissen in der Industrie, sagte: „Unternehmen können sich weiterentwickeln, Unternehmensbereiche nicht.“ Nur wer sich auf neue Technologien und neue Herangehensweisen einlasse, könne mit neuen Wettbewerbern konkurrieren, die aus ganz anderen Marktbereichen kämen. Diese Regel gälte für Medien wie für alle anderen Wirtschaftsbereiche: „Niemand kann sagen, dass die Schwerkraft für ihn nicht gilt.“

Bei der Borrell-Konferenz standen die traditionellen Medien im Vordergrund: Neben Vertretern von Zeitungsverlagen erörterten Branchenbuch- sowie Rundfunkmanager ihre Erfahrungen im lokalen Anzeigenmarkt. In Barcelona wurden hingegen die Probleme und Zukunftserwartungen der großen Mobilfunk- und Technologiefirmen diskutiert. Rückgänge im Stammgeschäft, sinkende Margen und zunehmender Wettbewerb kennzeichnen die Entwicklungen.

Auf großes Interesse stießen auf beiden Konferenzen die Botschaften der großen und rasch wachsenden Internetfirmen. Beim MWC2011 erläuterte beispielsweise Twitters CEO Dick Costolio, dass die Hälfte aller Twitter-Nutzer von mehr als einem Endgerät auf den Dienst zugreife. Googles Chairman und CEO Eric Schmidt äußerte die Erwartung, dass die neuen Services das Leben der Menschen nachhaltig verbesserten: „Mit diesen Telefonen werden Sie nie mehr etwas vergessen. Sie werden sich nicht mehr verirren, nie mehr allein sein, niemals gelangweilt, nie ohne Idee was zu tun.“ Carol Bartz, CEO von Yahoo, zeigte eine erste Version des neuen personalisierten Nachrichtendienstes Livestand für Tablet-PCs. Dennis Crowley, CEO von Foursquare, erläuterte, wie sein Unternehmen aus den Aktivitäten seiner Nutzer im Netzwerk geldwerte Daten gewinne. Zugleich gab er die Freigabe des bis dato nur auf Englisch verfügbaren Dienstes in fünf Sprachen bekannt, darunter deutsch.

60.000 Besucher von Messe und Kongress vermeldeten die Veranstalter des MWC2011. Zahllose dort vorgestellte Themen, Apps und Dienstleistungen sind interessant für Zeitungsverlage. Auch auf der im Vergleich sehr viel kleineren Borrell-Konferenz (550 Teilnehmer vor Ort, 1.200 Internet-Zuschauer) gaben sich die Großen der Branche die Klinke in die Hand und Aussteller präsentierten Software. AOLs lokales Nachrichtennetzwerk Patch.com gab hier die Übernahme von Konkurrent Outside.in bekannt, Facebook und Groupon gaben Einblicke in ihre lokalen Vermarktungsstrategien. Zu beiden Konferenzen wird der BDZV Reports veröffentlichen, die die jeweils für Zeitungsverlage besonders interessanten Aspekte in den Mittelpunkt stellen.

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