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16. September 2013 | Allgemeines

Mit Spuren im Kopf zur Kultmarke

Neurowissenschaftler Dieter Braus motiviert Verlage zu zusätzlichen Investitionen in frühkindliche Leseprogramme

„Die Beschäftigung mit gedruckten Medien ist für die Entwicklung eines Kindes genauso förderlich und wichtig wie die richtige Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft.“ Das unterstrich der Neurowissenschaftler Professor Dieter Braus in seiner Keynote beim Zeitungskongress 2013. Zugleich tadelte er die intensive Nutzung von elektronischen Medien im frühkindlichen Alter als „absolutes No Go“, da dies zu erheblichen Entwicklungs- und Lernstörungen führen könne.

Prof. Dieter Braus appellierte an die Verlage, noch mehr Geld in frühkindliche Programme zu investieren, so können Zeitungen zur Kultmarke bei Kindern- und Jugendlichen werden.Prof. Dieter Braus appellierte an die Verlage, noch mehr Geld in frühkindliche Programme zu investieren, so können Zeitungen zur Kultmarke bei Kindern- und Jugendlichen werden.Vor diesem Hintergrund motivierte der Direktor der Klinik für Psychiatrie an den Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden die Verlage, noch mehr Geld und Engagement in Kindergarten- und Vorschulprojekte zu investieren. „Denn wer bei den Kleinen Spuren im Kopf hinterlässt, kann im Pubertäts- und Erwachsenenalter zu einer wahren Kultmarke werden“, so Braus. Denn das menschliche Gehirn vergesse nichts, nur der Verstand verdränge Erfahrungen, doch dieser lasse sich mit ständiger Penetration „erziehen“. Auch appellierte er an die Anwesenden, Heranwachsende in der Pubertät – neurowissenschaftlich dauere diese bei Männern bis zum 26. Lebensjahr, bei Frauen ein Jahr kürzer – als Treiber der Innovation in den Verlagsalltag einzubeziehen und passgenaue Angebote für diese Altersgruppe zu schaffen. „Die Pubertät ist der neuronale Frühjahrsputz und die Suche nach dem neuen ICH, bei der Verlage hilfreiche Partner sein können“, diagnostizierte Braus. Auch wenn der Prozess „lang und anstrengend sein kann“, würde er sich für die Häuser am Ende auszahlen, auch weil kein anderes Alterssegment derzeit kreative Ansätze wie die Pubertierenden entwickle.


Darüber hinaus attestierte der vielfach preisgekrönte Fachmann den Zeitungen eine herausragende Stellung in der Befriedigung der „sozialen Grundbedürfnisse wie Teilhabe und Selbstbestimmung“. Wenn es gelinge, diese Alleinstellungmerkmale auch in den kommenden Jahren zu bewahren, stünden die Zeitungen vor einer glorreichen Zukunft. Zugleich warnte er jedoch auch vor einer Banalisierung und Skandalisierung der Berichterstattung. Das von ihm als „Transparenzterror“ bezeichnete Eindringen in die Privatsphäre von „vermeintlichen VIPs“ gefährde die Glaubwürdigkeit und Seriosität der Zeitungen und könne schlussendlich zu einer Abkehr der Leser vom Medium führen. „Daten- und Persönlichkeitsschutz muss stärker auch für die Gruppe der öffentlichen Personen gelten“, forderte Braus.

Ort: Dresden

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