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21. Februar 2002 | Digitales

Mit Fehlschlägen zum Erfolg

Experten fordern Innovationsfreude und weitblickendes Denken

Mut zum Zeitalter der digitalen Medien, das forderten drei visionäre Redner: Paul Saffo, Direktor des „Institute for the Future“, New Media Consultant Howard Finberg und James Green, Präsident von Nando Media, dem Electronic Publishing Unternehmen der McClatchy Company. Einen Ratschlag hörten die Konferenzteilnehmer dabei immer wieder: Experimentieren Sie, Fehlschläge sind für den Fortschritt unerlässlich!

"Eine ganze Generation von Zeitungsmanagern sollte gefeuert werden!" Paul Saffo ging mit der Zeitungsbranche hart ins Gericht. Sie habe die Chancen, die ihr das Internet bot, verpasst, und das neue Medium als "Papiersimulator" benutzt. Es seien andere Unternehmen wie eBay und Monster.com gewesen, die herausgefunden haben, was man mit elektronischen Kleinanzeigen machen kann, sowie Amazon, das mit dem Feedback für Bücher frühzeitig die interaktiven Möglichkeiten nutzte. Es sei jedoch nicht zu spät, in der zweiten Runde erfolgreich zu sein - wenn Publisher das neue Zeitalter der persönlichen Medien wirklich verstehen, in dem die Konsumenten an ihrer Medienerfahrung aktiv teilnehmen, wann und wo sie wollen. In der Zukunft mit vermehrter Breitbandvernetzung würden diejenigen erfolgreich sein, die mit Rich Media und Video umzugehen verstünden, sagte Saffo voraus. Das mobile Internet sei ein weiterer Bereich, in dem er viel Potenzial, Raum für große Ideen und die Notwendigkeit von Innovationsfreude sehe.

Paul Saffos Überzeugung, dass Fortschritt auf Fehlschlägen aufbaue, macht ihn optimistisch: So wie das WorldWideWeb erst aufblühte, nachdem das Scheitern des interaktiven Fernsehens in Silicon Valley Programmierer und andere Fachkräfte freisetzte, gäbe das Platzen der DotCom Blase die größte Generation von innovativen Unternehmen frei - und diese, so seine Prognose, werde die Peer-to-Peer Technologie und darauf aufbauende Services vorantreiben.

Paul Saffos konkrete Vorschläge, wie man die großen Chancen für die Zukunft erkennen kann: sich von Details und vom Tagesgeschäft lösen, das Gesamtbild betrachten. Und wenn Sie nicht so viel Geduld haben und den schnellen Erfolg suchen: Finden Sie eine Idee, die schon vor 20 Jahren ausprobiert wurde und damals scheiterte - vielleicht ist jetzt die Zeit dafür gekommen!

Langfristig denken

Auch Howard Finberg plädierte für den Blick in die Zukunft: "Lassen Sie Ihre strategischen Entscheidungen nicht von kurzfristigen wirtschaftlichen Wertvorstellungen leiten!", war sein sicher nicht immer leicht zu befolgender Rat. Da Breitband sich rasant weiterverbreite (in zwei Jahren war der Anteil der User in den USA, die Breitbandanschluss zu Hause haben, von 1,8 auf 9,9 Millionen gestiegen), empfiehlt er, sich gründlich auf den Breitbandkunden vorzubereiten. Drahtloser Internetzugang, Location Based Services (ortsbezogene Dienste), neue Endgeräte und digitale Lieferformate müssten im Auge behalten werden. Wie kommen sie bei den Verbrauchern an und was tun wir für diese Neuerungen? Diese Fragen sollte sich jeder New Media Publisher stellen, meinte Finberg. Aber auch für die Zukunft, die noch fünf bis zehn Jahre entfernt liegt, in der Papier eine abnehmende Bedeutung spielen wird und vielleicht alle Medien durch ein einziges "Gateway" ins Haus kommen, solle man sich schon vorbereiten. Bei all dem sei es jedoch der Kunde, der fundamentale Veränderungen und die Akzeptanz neuer Technologien vorantreiben werde, und nicht das bloße Vorhandensein von technischen Neuerungen selber, erinnerte Finberg. Vor allem ermahnte er seine Zuhörer: "Innovieren Sie. Nichts tun ist teurer als Innovation!"

Die Vorbereitung für die Zukunft liege darin, Inhalte in digitaler Form auf jede mögliche Art an digitale Geräte zu liefern, meinte James Green. Dabei müsse die Massenlieferung der Zeitungen jetzt verfeinert und personalisiert werden, sowohl bei den Inhalten als auch bei den Lieferwegen. Um mit seinem Appell zum Experimentieren auch die zaghafteren zu überzeugen, fügte er ermutigend hinzu: Technologie verrichtet für uns die Schwerarbeit - es gibt also keinen Grund, sich vor Technologie zu fürchten!

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