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19. Oktober 2000 | Allgemeines

Mit der Zeitung durch die Jahrhunderte

Revue mit dem saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller und der Schlesischen Philharmonie Katowice

"Am Anfang war das Wort", raunt eine Stimme aus dem Off. Aber dann kam schon bald der Mainzer Drucker Johannes Gutenberg mit seiner bahnbrechenden Erfindung der beweglichen Lettern. Und gerade einmal 150 Jahre später gab es die ersten Zeitungen, 1605 in Straßburg. Die erste Tageszeitung der Welt wurde kaum 50 Jahre später in Leipzig herausgegeben. Das war 1650. Seither ist Deutschland ein Zeitungsland.

Wie im Flug vergeht der Streifzug durch vier Jahrhunderte Leben mit der Zeitung. Roter Faden der Revue mit dem Titel "Die Zeitung - mehr als ein Sekundenzeiger der Weltgeschichte" beim Zeitungskongress ist immer wieder der Ruf nach Pressefreiheit. In einer großen Multimedia-Show schimmern alte Filmdokumente und Bilder von der Videoleinwand. Die 1848 vom Paulskirchen-Parlament geschaffenen Pressegesetze und die fast grenzenlose Pressefreiheit in der Weimarer Republik sind ebenso präsent wie die furchtbaren Jahre von 1933 bis 45.

Moderator Hans-Jörg Karrenbrock und sein historisch gewandeter "Zeitgeist", der Schauspieler Walter Renneisen, begleiten die Gäste im Zwiegespräch durch die Jahrhunderte. Für die richtige Revolutionsstimmung auf der Bühne sorgt die Staatliche Schlesische Philharmonie Katowice, die unter anderem die "Egmond"-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven und Bedrich Smetanas "Revolutions-Ouvertüre" zu Gehör bringen. Lieder aus der Zeit des Hambacher Fests, in denen ebenfalls die Pressefreiheit beschworen wurde, singen live auf der Rheingoldhallen-Bühne die beiden Pfälzer Barden Hein und Oss: "Denn wo man kann die Stimme frei erheben, kommt alles in die Reih'".

Zur aktuellen Situation der Presse schließlich wird der saarländische Ministerpräsident Peter Müller interviewt. Mit Blick auf die vor kurzem von seinem Kabinett rückgängig gemachte "Lex Lafontaine" erklärt Müller, dass Presse und Politik sich gegenseitig brauchen. Zwar sei auch er nicht mit allem einverstanden, was in den Zeitungen stehe. Aber "ein Politiker, der sich über die Presse nicht mehr ärgert, sollte aufhören, Politik zu machen". Die "Lex Lafontaine" sei nicht mehr akzeptabel gewesen, versicherte Müller unter dem Beifall der Zeitungsverleger. Überhaupt habe sich seine Regierung auferlegt, mindestens doppelt so viele Gesetze aufzuheben, wie neue zu erlassen.

Um Unterstützung der deutschen Zeitungsverleger warb der saarländische Ministerpräsident mit Blick auf die Europäische Grundrechte-Charta. Darin solle die Freiheit der Medien nur "geachtet" werden, nicht gewährleistet. Er halte dies für eine klare Schwäche des neuen Grundrechte-Katalogs, die beseitigt werden müsse.

Zur Situation der Zeitungen erklärte der saarländische Ministerpräsident, dass "optimistische Prognosen ihre Berechtigung" haben. Sie seien unschlagbar im Regionalen. Auch das Hinzutreten neuer Medien hätten Kraft und Kompetenz der Tageszeitung nicht beschädigt, vielmehr würden Fernsehen, Hörfunk und nun Internet substituierend genutzt.

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