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26. Januar 2007 | Allgemeines

Ministerpräsident Wulff: „Nur wer liest, versteht auch“

Kongress in Osnabrück: innovative Konzepte im Mittelpunkt

Die Tageszeitung hat nach den Worten des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff „trotz der zunehmenden elektronischen Konkurrenz eine Zukunft“. Gerade die Lokalzeitung repräsentiere immer auch ein Stück Heimat, sagte Wulff zum Auftakt des dreitägigen „Forums Lokaljournalismus“, das die Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom 17. bis 19. Januar 2007 in Osnabrück veranstaltete.

Vor rund 120 Chefredakteuren und leitenden Redakteuren regionaler Tageszeitungen aus dem deutschsprachigen Raum räumte der Ministerprä­sident der gedruckten Information einen beson­ders hohen Stellenwert ein. „Nur wer liest, ver­steht auch“, sagte Wulff und nahm damit den Slogan der aktuellen Imagekampagne der deut­schen Zeitungen auf. Zugleich warnte er aber davor, „die nächste Generation nicht ans Internet zu verlieren“. Die Verknüpfung mit diesem Me­dium werde die Zukunft der Ta­geszeitung mit­bestimmen. Zugleich lobte Wulff Leseförderungs­aktivitäten wie das Projekt Klasse!/Klasse!Kids der „Neuen OZ“ als vorbild­lich. Damit würden Kinder und Jugendliche früh­zeitig an gedruckte Informationen herangeführt.

Die Herausgeber der „Neuen OZ“ Hermann Elstermann und Werner F. Ebke, nahmen bei ihrem Grußwort Bezug auf den Titel des Forums „Die Macht des Lokalen – zwischen Quote und Qualität“. Scheinbar stünden Quote und Qualität im Widerspruch, sagte dazu Ebke. Er gehe je­doch davon aus, das am Ende der Tagung der Slogan stehe: „Quote durch Qualität“. Das gelte insbesondere für die lokale Berichterstattung, die immer mehr an Bedeutung gewinne.

Den Ball nahm die Diskussionsrunde am Schluss der Tagung wieder auf, an der unter anderem der Münchner Verleger Dr. Dirk Ippen und der Herausgeber der „Neuen Ruhr Zei­tung/ Neuen Rhein Zeitung“, Heinrich Meyer, teil­nah­men. Das Erfolgsrezept für die Zukunft sei, in Qualität zu investieren. Journalismus dürfe sich zudem nicht kostenlos verkaufen, sondern Leser müssten begreifen, dass guter Journalismus sei­nen Preis habe, erklärte Klaus Schrotthofer, Chef­redakteur der „Westfälischen Rundschau“. Kritik an den deutschen Zeitungen gab es von Gert Edlinger, dem Mitgründer von „Österreich“, einer Zeitung, bei der Boulevard an erster Stelle steht. Verbesserungen in der Berichterstattung wie auch im Layout, die Verleger Dirk Ippen zuvor konstatiert hatte, wollte Edlinger nicht sehen.

An Ideen scheint es jedoch nicht zu mangeln, wie in den Panels an den Veranstaltungstagen zuvor deutlich wurde. Hier wurden crossmediale Konzepte, Internationales oder auch innovative Beispiele aus der Politikberichterstattung vorge­stellt. Für neue Projekte im Kinder- und Jugend­bereich machten sich Martin Korte von der „Westfalenpost“ und Jürgen Haar, Chefredakteur der „Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung“, stark. Das Feedback auf die tägliche Berichter­stattung für Kinder - seit 1998 im Blatt - sei enorm, so Korte. Vor allem der „Lieblingswitz“ erfreue sich großer Beliebtheit. Mit der Berichter­stattung für Kinder liegt die Westfalenpost im Trend. Wie BDZV-Referentin Kerstin Goldbeck erklärte, setzten Verlage verstärkt auf Aktivitäten für die ganz jungen Leser. Neben täglichen Kin­dernachrichten würden immer mehr Kindergar­ten-Projekte initiiert und es gebe vereinzelt Vor­stöße, auch im Internet Kinder anzusprechen. Auch Haar geht davon aus, dass sich das Enga­gement für die Jüngsten lohnt, eine Einschät­zung, die der stellvertretende Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeigers“, Joachim Frank, nicht ohne weiteres teilte. Er kündigte an, das Enga­gement für die Jugend, den Online-Sektor ausge­nommen, zurückfahren zu wollen. Den Tenor der Runde fasste Moderatorin Sabine Schicke, „Nordwest-Zeitung“ (Oldenburg), zusammen: Wer die Kinder für sich begeistert, sichert sich die Zukunft.

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