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21. Mai 2004 | Allgemeines

Ministerpräsident: Unternehmerische Interessen und publizistische Verantwortung verknüpfen

50 Jahre Verband Hessischer Zeitungsverleger / Dr. Wolfgang Maaß als Vorsitzender bestätigt / Gebhard Ohnesorge verabschiedet

Der Verband Hessischer Zeitungsverleger (VHZV) nehme im Kreis der Verbände eine außergewöhnliche Stellung ein, sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Landesorganisation am 12. Mai 2004. Er sei für die hessische Politik nicht nur in medienpolitischen Fragen, sondern auch bei Gemeinschaftsaktionen im Interesse des Gemeinwohls ein bedeutender und außerordentlich geschätzter Ansprechpartner.

Zur bevorstehenden Neuordnung des Pressefusionsgesetzes meinte Koch, der Staat müsse darüber nachdenken, ob er es theoretisch für denkbar halte, dass es in Deutschland nur noch einen Verlag mit vielen Redaktionen gebe. In den nächsten Monaten werde eine spannende Debatte über die künftige Organisation des Pressewesens geführt werden. Der Konzentrationsprozess sei sicher noch nicht abgeschlossen, weshalb die Politik sich sehr genau überlegen müsse, wo sie die Umsatzschwellen für Fusionen von Verlagshäusern setze und bis zu welcher Grenze die Bagatellklausel gelten könne.

 

Unerlässlich sei, auch das machte Koch deutlich, die intellektuelle Unabhängigkeit der Redaktion. Diese Unabhängigkeit und die unternehmerische Freiheit des Verlegers bedingten einander. Zentrale Aufgabe der Verleger für die Zukunft müsse eine Antwort auf die Frage sein, wie unternehmerische Interessen und publizistische Verantwortung miteinander verbunden werden könnten.

 

Der Vorsitzende des VHZV, Dr. Wolfgang Maaß, forderte anlässlich der Festveranstaltung die Politik auf, „wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen“ zu schaffen. Nur das könne das Vertrauen der Bevölkerung und die Bereitschaft zu Konsum und Investitionen in die Zukunft wiedergewinnen. Die aktuellen Restriktionen etwa durch die Erhebung einer Ausbildungsplatzabgabe und die immer weiter ausufernden Werbeverbote durch die Europäische Union seien geradezu kontraproduktiv. Maaß ließ anlässlich der Festveranstaltung mit 200 Gästen aus Presse, Rundfunk, Politik und Gesellschaft auch die vergangenen fünf Jahrzehnte der VHZV-Geschichte Revue passieren. In den Mitgliedsverlagen hätten Veränderungen sowohl im redaktionellen Bereich wie den Produktionstechniken bewältigt werden müssen. Es sei eine große Leistung der Landesorganisation gewesen, die Interessen der einzelnen Zeitungshäuser unterschiedlichster Größe und Struktur zusammenzufassen, zu einer einheitlichen Auffassung zu bündeln und im gemeinsamen Vorgehen durchzusetzen.

 

Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der RADIO/TELE FFH, Dr. Wilhelm Bing, schilderte die Entwicklung des privaten Rundfunks in Hessen. Es sei eine große Errungenschaft für das Land, dass hier der private Rundfunk als zweite Säule des dualen Systems so verankert worden sei, dass erst durch die landesweite Präsenz eines starken privaten Radios ein nennenswertes wirtschaftliches und publizistisches Gegengewicht zur öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt geschaffen werden konnte. Dies sei bisher allerdings erst unvollkommen gelungen: Der RADIO/TELE FFH werde es nur dann möglich sein, diese wichtige Rolle auszufüllen, wenn alle drei Programme flächendeckend ausgestrahlt werden könnten. Hierzu bedürfe es der Zuteilung zusätzlicher Frequenzen.

 

Offiziell aus dem Amt verabschiedet wurde im Rahmen der Festveranstaltung Gebhard Ohnesorge, 35 Jahre lang Geschäftsführer des VHZV und 15 Jahre lang Geschäftsführer der RADIO/TELE FFH. Die Festredner würdigten unisono Ohnesorges großes Geschick, widerstreitende Interessen zusammenzuführen, zu vermitteln und notwendige Kompromisse zu erzielen. Der Geschäftsführer habe entscheidend dazu beigetragen, dass der VHZV eine starke Rolle im politischen Geschehen des Landes spiele. Insbesondere bei der Einführung des dualen Rundfunksystems in Hessen habe Ohnesorge Außergewöhnliches geleistet, schlicht: Er sei ein „Glücksfall für die hessischen Zeitungsverleger“ gewesen. Ministerpräsident Roland Koch zeichnete Gebhard Ohnesorge in Anerkennung seiner Verdienste um das Land Hessen mit dem Hessischen Verdienstorden aus.

 

Anlässlich der Mitgliederversammlung der hessischen Zeitungsverleger in Frankfurt am Main wurde Dr. Wolfgang Maaß als Vorsitzender des Landesverbands in seinem Amt bestätigt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Dr. Roland Gerschermann, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, gewählt. Wie bisher gehören dem Vorstand ferner Thomas Bauer, („Hanauer Anzeiger“) und Harold Grönke („Hessische/Niedersächsische Allgemeine“, Kassel) an; neu in den Vorstand gewählt wurden Martin Grude („Wetzlarer Neue Zeitung“) und Günter Kamissek („Frankfurter Rundschau“).

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