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01. November 2001 | Namen und Nachrichten

Milzbrand: Keine Chance für Trittbrettfahrer

In den Medien wächst die Bereitschaft, nach den Milzbrandattacken in den USA künftig nicht mehr über Trittbrettfahrer zu berichten. BDZV und VDZ haben in Rundschreiben angeregt, solchen Tätern keine Plattform mehr zu bieten. Wie der „Wiesbadener Kurier“ in einer Pressemitteilung berichtete, scheinen die Leser dies auch zu würdigen. Hier hatte Chefredakteur Friedrich Roeingh durch eine besondere Form der „Nicht-Berichterstattung“ versucht, die Chancen so genannter Trittbrettfahrer nach Attentaten zu mindern. Anlass war ein fingierter Milzbrandanschlag in Wiesbaden, über den Hörfunk und Fernsehen bundesweit berichteten; dagegen entschied sich die Lokalzeitung für eine einspaltige Leseransprache auf der Titelseite, in der der „Wiesbadener Kurier“ seine Entscheidung begründete, nicht zu berichten. Trittbrettfahrern solle das öffentliche Forum verweigert werden, das sie mit ihrer Tat suchten. Die Redaktion wolle damit ein Zeichen gegen Hysterie und Panikmache setzen. Die Leserreaktion wird als „äußerst positiv“ geschildert.

 

Wie „Focus online“ berichtet, unterstützen auch ARD und ZDF die Initiative von VDZ und BDZV. So habe der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen verfügt, dass die Berichte keine „Massenpsychose auslösen“ dürften. Das ZDF stelle der „krankhaften Selbstbefriedigung“ der Täter keinen Platz zur Verfügung, erklärte Chefredakteur Nikolaus Brender. Auch die Nachrichtenagenturen wollen sich „äußerster Zurückhaltung befleißigen“. „Focus online“ zitiert in diesem Zusammenhang dpa-Chefredakteur Wilm Herlyn mit den Worten “Wir berichten über die Milzbrand-Trittbrettfahrer so vorsichtig wie möglich.“

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