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28. Februar 2002 | Ausland

„Metro“ mischt Pariser Zeitungsmarkt auf

Das neue kostenlose Massenblatt „Metro“ hat die etablierte Pariser Presse in Aufruhr versetzt. Nahezu geschlossen protestierten die Zeitungen der französischen Hauptstadt am 19. Februar 2002 in Berichten und Kommentaren gegen die neue Konkurrenz. So kritisierte die Tageszeitung „Le Monde“, dass sich die skandinavische Gruppe Metro International, die das Blatt herausgibt, nicht an die in den Medien vereinbarten Sozialstandards halte. Französische Gewerkschafter blockierten teilweise die Auslieferung von „Metro“, die außer in Paris auch in Lyon und Marseille erscheint. Die Tageszeitung “Libération“ bezeichnete das Blatt als „Störenfried“, „Le Figaro“ befürchtete, dass der Zeitungsmarkt aus dem Gleichgewicht geraten könnte. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, erscheint „Metro“ mit einer Startauflage von etwa 200.000 Exemplaren. International bringt die schwedische Gruppe ihre kostenlosen Verteilzeitungen bereits in 20 Großstädten in 13 Ländern heraus. In Kürze soll es auf dem französischen Markt noch eine weitere Gratiszeitung mit dem Namen „20 Minutes“ geben, die der norwegische Schibsted-Verlag angekündigt hat. Allerdings regt sich Widerstand auch bei den Zeitungen vor Ort. So pariert der Verlag der Regionalzeitung „Provence“ in Marseille mit dem kostenlosen Blatt „Marseille-plus“ seit dem 18. Februar den Angriff von „Metro“ auf den lokalen Werbemarkt. Probleme gibt es für die Metro-Betreiber auch mit den Pariser Verkehrsbetrieben RATP. Da diese bereits seit 1999 ein inzwischen ökonomisch erfolgreiches Gratisblatt mit dem Titel „A nous Paris“ vertreiben und deshalb als Distributor nicht in Frage kamen, wurden, wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet, Studenten und Arbeitslose verpflichtet, um die Zeitung zu verteilen. Das bedeutet allerdings große Fluktuation und vergleichsweise hohe Personalkosten für ein Blatt, das sich ausschließlich aus Werbung finanzieren soll.

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