Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

23. November 2000 | Allgemeines

Mehr Entscheidungsfreiheit für Mediennutzer

Kommunikationsordnung 2010 der Bertelsmann Stiftung

Das Internet wird mittelfristig eine Plattform für alle elektronischen Medien bieten. Die Entwicklung von Rechnerleistungen und Übertragungsraten wird dafür sorgen, dass es im Jahr 2010 keine technologischen Engpässe auf dem Weg zu "alles ist Internet" geben wird: Dabei spricht vieles dafür, dass diese Leistungen auch erschwinglich sein werden.

Das ist eine der Prognosen, die die Bertelsmann Stiftung im Executive Summary zu ihrer Kommunikationsordnung 2010 - "Ein Zukunftspapier der Bertelsmann Stiftung" abgibt. Bereits im Januar 1997 hatte die Stiftung eine "Kommunikationsordnung 2000" vorgelegt; es folgten internationale Vergleichsstudien zum dualen System und zur Medien- und Kommunikationsaufsicht. In der jüngsten Untersuchung werden die dabei gewonnenen grundsätzlichen Leitlinien einer neuen Kommunikationsordnung aus Sicht der Bertelsmann Stiftung unter den Prämissen der elektronischen Entwicklung fortgeschrieben.

Zur "Nutzungskultur" stellt die Studie beispielsweise fest, dass die "eher passiven und unterhaltungsorientierten Nutzer" für die neuen Medienangebote nur dann gewonnen werden können, wenn neue Medien flächendeckend preisgünstig verfügbar sind, attraktive neue Inhalte (wie Online-Spiele oder nicht-lineares Fernsehen) angeboten werden, die einen echten Mehrwert darstellen, und sich der technische Zugang zu den Inhalten über die Endgeräte möglichst einfach gestaltet. Eine mögliche Folge dieser Entwicklung sei aber auch, dass es die traditionell von Vollprogrammen ausgehende gesellschaftliche Führungs- und Integrationsfunktion in zehn Jahren nicht mehr geben werde, sondern sich "mit der Verspartung und Zersplitterung der Inhalte" auch entsprechende Teil-Publika herausbilden würden.

Ferner stellt die Untersuchung fest, dass die Medien eine "verfassungsrechtliche Stellung" haben und "eine öffentliche Aufgabe erfüllen" sollen. Um diesem Funktionsauftrag gerecht werden zu können, müsse der Staat die entsprechenden Voraussetzungen schaffen. So dürfe zum Beispiel der Funktionsauftrag, über den öffentlich-rechtliche Medien definiert und legitimiert sind, "nicht an marktlichen Kriterien gemessen werden". Vielmehr müsse der Gesetzgeber die Voraussetzungen schaffen, dass "der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch unter veränderten Bindungen seine Funktion erfüllen kann".

Diskutiert werden verschiedene Regulierungsoptionen aus der Überlegung heraus, dass sich die künftig zu regulierenden Märkte zunehmend von denen des 20. Jahrhunderts unterscheiden werden und nicht mehr nach diesem Muster funktionieren dürften. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Selbstkontrolle, wobei die Bertelsmann Stiftung davon ausgeht, dass eine funktionierende staatliche Kontrolle durch die veränderten technischen und ökonomischen Rahmenbedingungen zunehmend unmöglich wird. Vor diesem Hintergrund müssten die Nutzer über Schutzsysteme (Filter) aufgeklärt und dazu motiviert werden, diese auch einzusetzen. Zwingende Voraussetzung für das Funktionieren einer Kultur der Selbstverantwortung sei, konstatiert die Studie, "Medienkompetenz in allen Teilen der Bevölkerung". Die neuen Entscheidungsfreiheit bringe auch eine neue Verantwortung mit sich - der Umgang hiermit müsse als grundlegende Kulturtechnik erlernt werden.

Im Internet: www.ko2010.de

zurück