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16. Oktober 2013 | Allgemeines

Medientage: Ulrich Wilhelm fordert mehr Datenschutz

Themen: Werbung, Datenschutz, Rundfunk, Urheberrecht

Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, hat einen besseren Schutz der Privatsphäre im Internet gefordert. „Wir leben alle vom Vertrauen“, sagte er zum Auftakt der Medientage München am 16. Oktober 2013. Dieses Vertrauen müsse gesetzlich gestärkt werden. Weil immer mehr Alltagsgegenstände mit dem Netz verknüpft werden, wachse die Gefahr des Missbrauchs von Datensammlungen mit Persönlichkeitsprofilen.

mtm2013 banner400x400Nach Ansicht Wilhelms spielen Quote und Reichweite künftig keine so große Rolle mehr. Denn immer mehr Menschen schauten nicht mehr linear Fernsehen, also klassisch live auf der „Mattscheibe“. „Wir müssen uns emanzipieren vom Thema der Quote“, sagte er. Wichtiger seien stattdessen die Relevanz der Inhalte und der Gesprächswert.

Eine Lanze für das Kulturgut Zeitung brach in der sogenannten Elefantenrunde Verleger Dirk Ippen (u.a. „Münchner Merkur“). „Der Wettbewerb [mit anderen Mediengattungen, A.d.R.] fördert mehr Kreativität als alles andere“, unterstrich er. Die digitale Revolution mache Zeitungen nicht überflüssig - im Gegenteil: Diese seien „Leuchttürme“, die Orientierung und Einordnung lieferten. „Bei dem, was wir erleben, hat sich die Zeitung glänzend geschlagen“, meinte Ippen. Mit mehr als 1.500 Lokalausgaben erreichten die Zeitungen in Deutschland – gedruckt und online – zwei Drittel der Bevölkerung. „Kein anderes Medium kann auch nur annähernd diese Kleinteiligkeit vorweisen.“

Ähnlich sah das ZDF-Intendant Thomas Bellut: „Es hat sich im Grunde wenig verändert durch die neuen Medien.“ Die Menschen sähen nicht weniger fern als früher – auch wenn unklar sei, wie lange die Jugendlichen von heute in Zukunft noch fernsehen. „Ich vertraue auf die Intelligenz von Menschen, auf welche Quelle sie sich verlassen können.“

Conrad Albert aus dem Vorstand von ProSiebenSat.1 bestätigte: „Wir haben heute eine so hohe TV-Nutzung wie nie zuvor.“ Allerdings seien viele Zuschauer zur gleichen Zeit auch online unterwegs, um das Gesehene zum Beispiel zu kommentieren. Auch dort müssten TV-Sender daher präsent sein. Albert forderte ebenso wie Tobias Schmid vom Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) mehr Chancengleichheit für private Fernsehsender: Online-Anbieter wie Google und YouTube seien gesetzlich im Vorteil. Für sie gebe es viel weniger Beschränkungen etwa bei der Werbung, Medienaufsicht und im Urheberrecht. Die EU müsse daher schleunigst für besseren Wettbewerb sorgen.

Anmeldung und vollständiges Programm unter www.medientage.de. Aktuell über die Medientage berichtet der BDZV auch auf Twitter. Folgen Sie uns unter @bdzvpresse.

Mit Material von dpa

Ort: München

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