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19. Oktober 2006 | Allgemeines

Medientage München 2006 In Storys denken, nicht in Medien

Printgipfel bei den Medientagen München: Veränderte Bedingungen und neue Produkte im Mittelpunkt

"Wir dürfen uns heute nicht mehr länger als Hersteller von Printprodukten verstehen", sagte Michael Grabner, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (Stuttgart), beim Printgipfel von BDZV und Verband Bayerischer Zeitungsverleger anlässlich der Medientage in München am 19. Oktober 2006. "Wir sind vielmehr Verwalter von Marken, die es auszubauen gilt."

Medientage Muenchen 2006

18. - 20. Oktober 2006

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________________________________________________Medientage Muenchen 2006 18. - 20. Oktober 2006 ---------------------------------------------------------------------------------------- [ © (c) Uwe Voelkner / FOX F o t o a g e n t u r F O X info@fotoagentur-fox.de Tel: 02266 - 9019 210 Vanitiy: 0800-FotoFoto Mobil: 0171 - 5483 127 Frielinghausen 69 D-51789 Lindlar / Koeln B a n k v e r b i n d u n g Kto 7004 78 102 P o s t b a n k B e r l i n BLZ 100 100 10 Nutzung honorarpflichtig gem. gueltiger MFM-Liste] ________________________________________________Und dabei solle sich die Branche auch von un­geprüften Gurus, die die Zukunft in düstersten Farben schilderten, nicht kirre machen lassen. Im Gegenteil sei "im Markt noch viel drin", solange bei jedem neuen Angebot gefragt werde: Wem nutzt es? Soll es der Wissensvermittlung oder der Unterhaltung dienen? Und welches Medium wäre dafür das richtige? "Und dann braucht es gute Journalisten, die den ganzen Wahnsinn zusam­menführen und für die Nutzer verständlich ma­chen."

Reihum abgelehnt wurde in dem von Frank Thomsen, Geschäftsführender Redakteur des "Stern", moderierten Streitgespräch der Begriff der "Krise" am Printmedienmarkt, der noch vor drei Jahren den Printgipfel in München dominiert hatte. "Die Zeitungen sind nicht in der Krise", bekräftigte etwa Michael Grabner. Immerhin er­zielten sie in Deutschland eine Reichweite von fast 75 Prozent bei einem ungeheuren Informati­onsniveau, wie es das sonst in Europa kaum gebe. "Wir haben vielmehr ein Wahrnehmungs­problem!" Das gelte auch für die Aktivitäten der Verlage im Internet. "Wie kann man von Krise sprechen, wenn sich die für Medien aufgebrachte Zeit vervielfacht hat?", fragte auch Johannes von Bismarck, Managing Director Veronis Suhler Ste­venson (London), der allerdings die Schlacht am deutschen Onlinemarkt für die Zeitungen verloren gab. Eine ganz andere Tendenz stellte dagegen BDZV-Vizepräsident Rebmann fest. Viele Such­anfragen im Internet beschränkten sich auf die überschaubare Region, und da machten sein Haus und zahlreiche andere, die den lokalen Markt auch im Internet pflegen, schon heute bes­sere Geschäfte als nationale Portalanbieter.

Auch angesichts besserer Wirtschaftszahlen und damit wachsender Anzeigenumsätze sei eine große Renaissance des Printmediums nicht zu erwarten, erklärte dagegen Bernd Buchholz, Vor­stand Gruner + Jahr (Hamburg). Die Zeitungs- und Zeitschriftenbranche erlebe seit Jahren strukturelle Veränderungen. Die Märkte seien gesättigt, es gebe einen Verdrängungswettbe­werb der Medien untereinander um Nischen und mit neuen Produkten. Da wundere er sich, erklärte der Zeitschriftenmanager provokativ, dass offensichtlich ein Großteil der Tageszeitun­gen gut damit leben könne, am nächsten Morgen auf der Titelseite mit der ersten Fernsehnachricht vom Vorabend aufzumachen. Und Gert Edlinger, Geschäftsführer der vor 47 Tagen unter großer Medienanteilnahme auf den Markt gebrachten Tageszeitung "Österreich", setzte noch eins drauf und behauptete, er kenne nur wenige Industrien, die so innovationsfeindlich seien wie die Zeitun­gen.

"Ganz gelassen" reagiere er auf derlei Vorhal­tungen, erwiderte Dr. Richard Rebmann, Vizeprä­sident des BDZV und Verleger des "Schwarzwäl­der Boten" in Oberndorf. "Mag sein, dass das bis in die späten 90er Jahre richtig war." Doch spä­testens mit dem Einbruch am Anzei­genmarkt nach dem Boomjahr 2000 seien die Zeitungen aus ihrem Dornröschenschlaf aufge­wacht. Mitt­lerweile sei die typisch mittelständisch geprägte Branche nicht nur auf zahlreichen Ge­schäftsfel­dern aktiv, sondern gehe auch souverän mit den Chancen um, die Internet und mobile Services eröffneten.

Dagegen glaubt Johannes von Bismarck, dass die Branche noch lernen müsse, den Fortschritt der digitalen Vertriebsmedien aufzuholen. Ihm gehe es "um die Konsolidierung der Publizisti­schen Einheiten". Aus seiner Sicht arbeiteten die deutschen Zeitungsredaktionen sehr stark aus dem Elfenbeinturm heraus, anders als die elektronischen Medien, die sich viel mehr an ih­ren Nutzern orientierten. Von Bismarck warf den Zeitungen Arroganz vor, weil sie ihre Leser beleh­ren wollten, statt nach deren Wünschen zu fra­gen.

Unfaire Unterstellung, konterte Ulrich Reitz, Chefredakteur der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" in Essen. Die Zeitungen müssten sich jeden Tag bei ihren Lesern bewähren. Viele regi­onale Titel hätten sich mittlerweile zum Beispiel das Konzept des Leser-Reporters zueigen ge­macht. Dabei gehe es nicht darum, prominente Persönlichkeiten in möglichst peinlichen Situatio­nen ablichten zu lassen, sondern den Lesern als Themen-Scouts in der Region die Teilhabe am öffentlichen Gespräch in der Zeitung zu ermögli­chen. Im Übrigen, stellte Reiz fest, nehme er die aktuelle Zeit in der Branche als innovativ wahr wie seit den Gründungsjahren der Nachkriegspresse um 1948 nicht mehr. Seine Überzeugung: "Wir müssen lernen, nicht mehr in Medien zu denken, sondern in Storys."

 

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