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21. Juni 2011 | Allgemeines

Medienforum.nrw: Local Heroes schlagen global Player

NRW-Medienministerin stellt Novellierung der Pressefusionskontrolle in Aussicht

"Zeitungen sind als Informationsmedium und Kulturgut auch in Zukunft unersetzlich", befand Margot Käßmann, ehemalige Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), zu Beginn des von BDZV und Zeitungsverlegerverband Nordrhein-Westfalen (ZVNRW) veranstalteten internationalen Printgipfels beim Medienforum.nrw am 21. Juni 2011 in Köln.

Eroeffnung Medienforum.Publishing - 
Local Hero - Global Player: Die Rolle der Zeitung,
Peter Pauls,Chefredakteur, Kšlner Stadt-Anzeiger,
Christian Nienhaus, Geschaeftsfuehrer, WAZ Mediengruppe, Essen,
Prof. Dr. Margot Kaessmann, Professorin fuer Sozialethik und Oekumene, Ruhr-Universitaet Bochum,
Dr. Angelica Schwall-Dueren, Ministerin fuer Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, Duesseldorf,
Prof. Markus Schaechter, Intendant, ZDF, Mainz,
Urs Gossweiler, VerwaltungsratsprŠsident, CEO, Gossweiler Media AG,
Tim Renner, Journalist/Musikproduzent/Autor, Berlin,
23. Medienforum.NRW,
20.-22. Juni 2011 in KoelnEroeffnung Medienforum.Publishing - Local Hero - Global Player: Die Rolle der Zeitung, Peter Pauls,Chefredakteur, Kšlner Stadt-Anzeiger, Christian Nienhaus, Geschaeftsfuehrer, WAZ Mediengruppe, Essen, Prof. Dr. Margot Kaessmann, Professorin fuer Sozialethik und Oekumene, Ruhr-Universitaet Bochum, Dr. Angelica Schwall-Dueren, Ministerin fuer Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, Duesseldorf, Prof. Markus Schaechter, Intendant, ZDF, Mainz, Urs Gossweiler, VerwaltungsratsprŠsident, CEO, Gossweiler Media AG, Tim Renner, Journalist/Musikproduzent/Autor, Berlin, 23. Medienforum.NRW, 20.-22. Juni 2011 in KoelnDenn Zeitungen seien es, die Menschen miteinander ins Gespräch brächten und die einen an Unerwartetes und bisher nicht Nachgefragtes heranführten, wie Käßmann mit einer Anekdote aus der eigenen Familie zu unterstreichen wusste: "Ohne die Zeitung hätte ich mich gestern nicht so ausführlich mit meiner Tochter über den Welttag des Flüchtlings ausgetauscht und sie hätte mich nicht so umfassend über den Abiball-Skandal in Berlin aufklären können", erzählte die Professorin für Sozialethik und Ökonomie.

Die Zukunft der Zeitungen liegt nach Käßmanns Worten vor allem im Lokalen, eine Einschätzung, die auch der Schweizer Verleger Urs Gossweiler und Peter Pauls (Chefredakteur des "Kölner Stadt-Anzeigers") teilten: "Wir müssen noch viel kleinteiliger werden - sowohl im Redaktionellen als auch in der Werbung", so Pauls. Beispielgebend dafür sei die "Jungfrau-Zeitung" von Gossweiler, in dessen 50.000 Einwohner zählenden Verbreitungsgebiets das Lokale immer der dominierende Teil des Blattes oder zumindest der Berichterstattung sei. "Denn ob wir auf Dauer noch als gedruckte Zeitung erscheinen werden, das will ich nicht versprechen. Zeitungen stehen für Recherche, Service und Interpretation - und das bedruckte Papier ist nur das Ende der Produktionskette", meinte er mit Blick auf neue Ausspielkanäle wie iPad und Internet. Eroeffnung Medienforum.Publishing - 
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Christian Nienhaus, Geschaeftsfuehrer, WAZ Mediengruppe, Essen,
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20.-22. Juni 2011 in KoelnEroeffnung Medienforum.Publishing - Local Hero - Global Player: Die Rolle der Zeitung, Christian Nienhaus, Geschaeftsfuehrer, WAZ Mediengruppe, Essen, 23. Medienforum.NRW, 20.-22. Juni 2011 in Koeln

"Wir sind die local Heroes und diese Position werden wir auch gegen die Angriffe von scheinbar übermächtigen global Playern wie Google oder Apple verteidigen", erklärte Christian Nienhaus, Vorsitzender des ZVNRW, in seiner Eröffnungsrede kämpferisch. Gerade in Anbetracht der sich weiter verschärfenden Konkurrenzsituation auf dem Medienmarkt sei es aber für die Verlage nicht länger hinnehmbar, dass vor allem die ARD mit ihrer Tagesschau-App eine öffentlich-rechtliche Online-Zeitung publiziere. "Wir scheuen keinen Konkurrenzkampf, aber was dort geschieht, ist politisch skandalös und nicht gesetzeskonform", so Nienhaus. Aus diesem Grund hätten sich acht Verlage entschieden, gegen die Tagesschau-Applikation eine Wettbewerbsklage einzureichen (siehe eigener Bericht). Zuvor hatte NRW-Medienministerin Angelica Schwall-Düren die hohe Bedeutung der Zeitung für die Gesellschaft unterstrichen. Um dieser herausragenden Stellung Rechnung zu tragen, wolle die Landesregierung nicht nur das erfolgreiche Schulprojekt "ZeitungsZeit" fortführen, sondern sich erneut für eine Novellierung des Pressefusionsrechts einsetzen, "um so den Verlagen zukunftssichernde Rahmenbedingungen zu garantieren", betonte Schwall-Düren.

Eroeffnung Medienforum.Publishing - 
Local Hero - Global Player: Die Rolle der Zeitung,
Tim Renner, Journalist/Musikproduzent/Autor, Berlin,
Prof. Dr. Margot Kaessmann, Professorin fuer Sozialethik und Oekumene, Ruhr-Universitaet Bochum,
Werner Lauff, Medienexperte und Publizist, Duesseldorf,
23. Medienforum.NRW,
20.-22. Juni 2011 in KoelnEroeffnung Medienforum.Publishing - Local Hero - Global Player: Die Rolle der Zeitung, Tim Renner, Journalist/Musikproduzent/Autor, Berlin, Prof. Dr. Margot Kaessmann, Professorin fuer Sozialethik und Oekumene, Ruhr-Universitaet Bochum, Werner Lauff, Medienexperte und Publizist, Duesseldorf, 23. Medienforum.NRW, 20.-22. Juni 2011 in Koeln Um die Zukunft der Zeitungen ging es auch im Vortrag von Musikproduzent und Autor Tim Renner. Sein Credo: "Auch Zeitungen müssen wie einst die Musikindustrie oder früher die katholische Kirche ein gewisses Maß an Kontrollverlust zulassen". Dazu zähle, dass sich die Leser und User eigenverantwortlich und nach eigenen Kriterien ihre Zeitungen "zusammenbauen" könnten. "Wir Plattenfirmen wollten immer ganze Alben verkaufen, obwohl der Hörer nur vier oder fünf Lieder haben wollte. Damit haben wir unsere Kunden zu den illegalen Downloads getrieben, denn dort bekamen sie alles bröckchenweise", so Renner rückblickend selbstkritisch, und ergänzte: "Seien Sie nicht so dumm und wiederholen Sie nicht unsere Fehler."

Fotos: Uwe Voelkner / Fotoagentur FOX

Ort: Köln

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