Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

07. Juli 2004 | Allgemeines

Medienforum NRW Mit neuen Produkten erfolgreich Zeitung machen

BDZV-Präsident Helmut Heinen, ZVNRW-Vorsitzender Clemens Bauer und WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach setzen Akzente

Die Zukunft der regionalen Tageszeitung liegt in ihren tollen Kundenbeziehungen, erklärte BDZV-Präsident Helmut Heinen beim Medienforum NRW am 21. Juni in Köln. Sie müsse „durch sinnvolle kleine Ergänzungsangebote“ gestärkt werden. Große Wachstumsraten seien jedoch wohl nicht mehr für die gedruckte Zeitung zu erwarten. Clemens Bauer, Vorsitzender des Zeitungsverleger Verbands ZVNRW, wies auf die hervorragenden Reichweiten, die hohe Informationskompetenz und die große Glaubwürdigkeit auch des Werbeträgers Zeitung hin. Dies seien beste Voraussetzungen, die Zukunft auch des Werbeträgers Zeitung auszubauen (siehe Artikel Seite 3). „Wir haben keine Existenzkrise, sondern eine Anpassungskrise, der wir mit neuen Produkten und neuen Geschäftsmodellen begegnen. Es läutet kein Sterbeglöckchen“, versicherte auch Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Gruppe in Essen, in seiner Keynote zum Auftakt des Medienforums.

BDZV-Präsident Heinen vertrat die Sache der Zeitungen beim Podiumsgespräch „Der deutsche Medienmarkt – aktuelle Tendenzen und Entwicklungen“, das überwiegend mit Vertretern der elektronischen Medien besetzt war und prompt der Gefahr erlag, bei der Diskussion über die Erhöhung der Rundfunkgebühren längst geschlagene Schlachten noch einmal zu schlagen. Wie Hombach verneinte er mit Verweis auf die hohen Reichweiten, große Glaubwürdigkeit und Informationsleistung nachdrücklich die provozierende Frage, ob die klassische Tageszeitung etwa ein Auslaufmodell sei. Allerdings gelte es, vor allem die junge Generation kräftig zu umwerben, denn sie sei die Leserschaft der Zukunft. Und genau hier sah der BDZV-Präsident, zugleich Herausgeber der „Kölnischen/Bonner Rundschau“, ein Problem: Ein hoher Prozentsatz der Teenager, warnte Heinen, besitze in Zukunft womöglich gar nicht mehr die erforderliche Lesekompetenz, um zusammenhängende Texte zu erfassen. Hier müssten die Zeitungen, vor allen Dingen aber auch Politik und Schulen und nicht zuletzt die Familien von früher Kindheit an entgegenwirken.

 

Der Printmarkt bleibe der bei weitem größte Werbemarkt. Freilich seien die Umsätze von 2002 auf 2003 „erheblich zurückgegangen“, hatte zuvor WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach erläutert. Auch die Auflagen seien bei Abonnementzeitungen leicht, bei Kaufzeitungen stärker zurückgegangen. Und das Rubrikengeschäft sei zum Teil nicht mehr rückholbar an das Internet verloren gegangen. Gleichwohl sieht Hombach ermutigende Anzeichen dafür, dass mit neuen Geschäftsmodellen dieser Anzeigen- und Werbemarkt zumindest teilweise revitalisiert werden kann: Zeitungsverlage müssten in zunehmendem Maß ihre Umsätze außerhalb ihres Stammgeschäfts erwirtschaften. So erziele beispielsweise die WAZ-Gruppe rund 70 Prozent ihrer Erträge außerhalb von Nordrhein-Westfalen. In diesem Zusammenhang warb Hombach für das neue Pressefusionsrecht, das die Bundesregierung vorbereite. Kein anderer Wirtschaftszweig sei derart reguliert wie der Zeitungsmarkt, die deutsche Sondergesetzgebung zum Pressefusionsrecht sei einzigartig in der Welt, kritisierte der Geschäftsführer. „Wenn sich die Wettbewerber darauf einigen würden, fürderhin nur noch Agenturmaterialien in ihren Zeitungen zu drucken, so kümmert dieser Einbruch von Vielfalt das Kartellamt überhaupt nicht. Aber wenn wir Verbünde schließen, um redaktionelle Vielfalt zu sichern, greift das Kartellamt ein“, monierte Hombach.

zurück