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26. November 1997 | Digitales

Markenstrategie für Online-Angebote der Zeitungen

Konferenz "Beyond the Printed Word" gibt weltweiten Überblick

Die gemeinsam von der internationalen Forschungsorganisation für Zeitungstechnik IFRA und dem Weltverband der Zeitungen (WAN) organisierte Konferenz "Beyond the Printed Word" am 16. und 17. Oktober in Amsterdam bot einen guten Überblick über die Online-Aktivitäten der Zeitungsverlage.

Der Zeitungsdesigner Mario R. Garcia erläuterte anhand praktischer Beispiele die Schwierigkeiten eines nutzerfreundlichen Webdesigns. Bei Webdesign sei grundsätzlich die Technologie nicht von der Gestaltung trennbar, da sie sich sehr stark auf die Gestaltungsmöglichkeiten auswirke. Beim Aufbau von Online-Angeboten müßten die Verlage sich um Mitarbeiter mit technischem Know-how kümmern, die die Umsetzung des Projektes abwickeln. Häufig würde dieser Personenkreis im weiteren Verlauf des Projektes auch mit organisatorischen und inhaltlichen Entscheidungen konfrontiert, ohne dafür ausgebildet zu sein. Aus diesem Grund seien zahlreiche Websites nur sehr schwer navigierbar, da die Zusammenarbeit mit Journalisten und Designern versäumt wurde. Das ideale Online-Team setze sich - so Garcia - aus einem Techniker, einem Journalisten und einem Screendesigner zusammen. Durch die neuen Medien entstünde für die Zeitungsverlage die Chance, ihre Informationen nach neuen Gesichtspunkten zu bündeln und auf die Region der Leserschaft abzustimmen.

Wie Zeitungen sich im hart umkämpften Geschäft der Online-Rubrikanzeigen durch geeignete Zusammenschlüsse im Markt behaupten können, zeigte David R. Warlock, Geschäftsführer der britischen Gesellschaft ADHunter. Angesichts der Konkurrenz durch die traditionellen Wettbewerber im Medienmarkt (Adreßbuchverlage, Anzeigenblätter und Hörfunk) sowie die zusätzliche Konkurrenz durch Online-Dienste wie AOL und MSN, haben sich 559 britische Titel zu einer gemeinsamen Vermarktungsgesellschaft von Rubrikanzeigen zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, mit Hilfe einer gemeinsam entwickelten, ausgefeilten Technik gut recherchierbare Kleinanzeigen im Internet anzubieten. Darüber hinaus kann durch den Zusammenschluß die Marktführerschaft im Segment Online-Rubrikanzeigen sichergestellt werden, was wiederum dem Markenimage des einzelnen Titels zugute kommt.

Wie aus einem frei im Internet verfügbaren Zeitungsangebot ein profitables Produkt entstehen kann, berichtete Niel F. Budde vom "Wallstreet Journal". Das Internetangebot "Wallstreet Interactive" wurde im April 1996 im Internet gestartet. Seit August 1996 wurden einzelne Inhalte exklusiv für Abonnenten angeboten und seit Januar 1997 ist der komplette Zugang zu "Wallstreet Interactive" kostenpflichtig. Mittlerweile besitzt das Wallstreet Journal mit seinem Internetangebot 130.000 zahlende Abonnenten, von denen 38 Prozent gleichzeitig Abonnenten der Printausgabe sind. Die Erlöse werden zu fünf Prozent aus Pay-per-View-Einnahmen von Gelegenheitslesern, 60 Prozent durch Werbung und 35 Prozent durch Abonnenten erzielt. Damit das Wallstreet Journal als Internet-Angebot weiterhin attraktiv bleibt, werden die Inhalte auch über verschiedene Pushdienste wie Microsoft-Internet-Explorer 4.0-Channel oder Pointcast den Nutzern angeboten. Grundsätzlich sei - so Budde - vor der Entscheidung für einen kostenpflichtigen Internetdienst zu prüfen, ob die angebotenen Inhalte tatsächlich attraktiv genug sind, um als Nutzer regelmäßig zu einer kostenpflichtigen Web-Site zurückzukehren. Darüber hinaus müsse abgeklärt werden, ob der Markt für das kostenpflichtige Angebot groß genug sei und ob sich die dabei erreichte Zielgruppe attraktiv im Werbemarkt positionieren ließe.

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