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16. Dezember 2008 | Allgemeines

Mangelnde Recherche und fehlende Quellen

Presserat rügt Verstöße gegen Sorgfaltspflicht

Der Deutsche Presserat hat vier Zeitungen und Zeitschriften wegen Verstoßes gegen den Pressekodex öffentlich gerügt: Die beiden Beschwerdeausschüsse des Selbstkontrollgremiums beanstandeten am 2. Und 3. Dezember 2008 in Bonn Verletzungen der Sorgfaltspflicht, eine nicht ausreichende Kennzeichnung von Anzeigen sowie die unangemessen sensationelle Darstellung eines Flugzeugabsturzes.

Eine öffentliche Rüge ging an die „Schleswiger Nachrichten“, die „falsche Informationen über einen Lokalpolitiker ungeprüft veröffentlichten“. Die fehlende Recherche wurde als grober Ver­stoß gegen die Sorgfaltspflicht (Ziffer 2 des Pres­sekodex) gewertet, wonach „zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahr­heitsgetreu wiederzugeben“ sind. Wegen eines Verstoßes gegen Ziffer 2 wurde auch die „Ham­burger Morgenpost“ mit einer öffentlichen Rüge belegt. Hier ging es um die Darstellung von un­belegten Gerüchten als Tatsachenbehauptung.

Die Fachzeitschrift „Angelwoche“ wurde wegen Verstoßes gegen den Trennungsgrundsatz gerügt (Ziffer 7 Pressekodex). Bei der „Bild“-Zeitung kritisierte der Presserat die Berichterstattung zum Absturz eines Flugzeugs im Himalaya als Verstoß gegen die Ziffern 11 und 8 des Pressekodex, wonach „die Berichterstattung über Unglücksfälle und Katastrophen ihre Grenze im Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von An­gehörigen“ (findet); die vom Unglück Betroffenen dürften grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden. Die „Bild“-Zeitung hat beim Presserat gegen die öffentliche Rüge Protest eingelegt.

Insgesamt wurden in den zwei Beschwerde­ausschüssen und dem Beschwerdeausschuss zum Redaktionsdatenschutz 52 Beschwerden behandelt. Neben den vier Rügen wurden neun Missbilligungen und neun Hinweise ausgespro­chen. In vier Fällen war die Beschwerde begrün­det, auf eine Maßnahme wurde jedoch verzichtet, da das Medium der Beschwerde bereits in geeig­neter Weise begegnet war. In 18 Fällen wurden die Beschwerden als unbegründet erachtet. In zwei Fällen hatten sich mehrere Beschwerdefüh­rer gegen dieselbe Veröffentlichung gewandt.

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