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27. März 1998 | Allgemeines

Lokalpresse fürchtet um Pressevielfalt

Zeitungen werden zwischen Mediengiganten zerrieben

Der Verband der Lokalpresse in Bonn hat die maßgebliche Beteiligung des Medienkonzerns Gruner + Jahr/Bertelsmann an der unentgeltlichen verteilten "Zeitung zum Sonntag" aus Freiburg scharf verurteilt. Mit den finanziellen Ressourcen eines weltweit agierenden Unternehmens habe er den Versuch unternommen, "den lokalen und regionalen Zeitungsmarkt in Deutschland mit seinen überwiegend mittelständischen Verlagen zu zerstören".

Offenbar planten die Gütersloher, die lokalen und regionalen Zeitungsverlage durch "fragwürdige Wettbewerbsmethoden in die Knie zu zwingen", sagte der Vorsitzender des Verbands der Lokalpresse, Dr. Wolfgang Röhm, am 20. März 1998 in Sindelfingen. Dabei bleibe nicht nur die wirtschaftliche und publizistische Eigenständigkeit der lokalen und regionalen Tageszeitungen auf der Strecke, auch der Leserwille werde in grober Weise mißachtet: "Wenn sich Zeitungen künftig alleine durch Anzeigenerlöse finanzieren, wird dies langfristig zu einer starken Beeinträchtigung des publizistischen Leistungsspektrums führen, insbesondere im Bereich einer breiten lokalen Berichterstattung."

Röhm betonte, daß somit die in Europa beispielhafte Vielfalt und Ausgewogenheit der Presse auf dem Spiel stehe, zumal Gruner + Jahr angekündigt habe, nach dem Freiburger Beispiel auch bundesweit vorzugehen. Aus Sicht der Lokalpresse wird die Situation auch dadurch verschärft, daß andere Großverlage als Gegenmaßnahme ähnliche Vorhaben entwickeln könnten. "Auf diese Weise besteht die Gefahr, daß die lokalen und regionalen Zeitungen zwischen den Mediengiganten zerrieben werden", warnte der Vorsitzende. Er appellierte eindringlich an die Großverlage, aus "all diesen Gründen auf das Verschenken journalistisch vollwertiger Zeitungen zu verzichten". Nur so könne der Pressefrieden in Deutschland aufrecht erhalten werden.

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