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21. Oktober 2011 | Allgemeines

Lokal - Sozial - Mobil: Es muss sich auch rechnen

Print-Panel bei den Medientagen München

Bei der "Mittelbayerischen Zeitung" in Regensburg haben sich Verleger, Verlagsleiter, Chefredakteur und die übrigen leitenden Angestellten auf eine Verlagsstrategie geeinigt, "die liegt im Safe", berichtet Verlagsleiter Martin Wunnike beim BDZV-Panel "Lokal - Sozial - Mobil: (Zeitungs) Trends 2011" am 20. Oktober 2011 bei den Medientagen München. "Darin ist festgelegt, was wir wollen, worauf wir uns committen." Eine Folge dieser Strategie sei, dass jeder Mitarbeiter bei neuen Projekten den Vermarktungsansatz gleich mitdenken müsse. "Es muss sich rechnen", verlangt Wunnike. Und das klappt, wie er im Zusammenspiel mit Mathias Litzenburger, Leiter Medienfabrik der "Mittelbayerischen Zeitung", zeigt, im Zeitalter der digitalen Revolution auch bei einem regionalen Titel sehr gut.

Ausschnitt Wunnike II 01"„Wir sammeln alle Daten, die wir kriegen können“, beschreibt Litzenburger ein Grundprinzip seiner neu gegründeten Medienfabrik, „von den Nutzern, von unseren Kunden, aus der Region.“ Daraus würden Artikel in der gedruckten Zeitung, auf der Website, mobile Angebote, aber auch neue Portale und flankierende gedruckte Nischenprodukte, etwa eine Wirtschaftszeitung mit lokalen/regionalen Wirtschaftsinformationen. „Früher hatten Sie ein Jahr Zeit, um einen Relaunch vorzubereiten“, formuliert der Manager die Herausforderung. „Heute ist der Grad an Komplexität enorm hoch, gleichzeitig entwickeln wir ein Produkt weiter, bevor es noch richtig am Markt ist.“ Die Erfolge sind messbar. Die Online-Verlinkungen der Regensburger zu den tausenden Locations im Verbreitungsgebiet beispielsweise tauchen auf den jeweiligen Startseiten von Google auf. „Wir brauchen Google und Facebook, um auf unsere Reichweite zu kommen, darüber denken wir gar nicht mehr nach“, lautet die Devise. Allerdings, macht Litzenburger deutlich, verdiene sein Haus an den auf diesen Wegen zustande kommenden gedruckten Produkten „viel mehr Geld als online“.


mittel 2011 1319127907Das ist, folgt man den Argumenten von Christian Hoffmeister, Geschäftsführer Bulletproof Media (Hamburg), auch nicht weiter verwunderlich. Technisch gesehen, so Hoffmeister, könne heute jeder sehr einfach und ohne großen Aufwand etwas publizieren; das heiße aber nicht, dass auch jeder etwas zu sagen habe. Sobald es gedruckt werde, sei auch der Druck höher, Qualität zu produzieren. Aus Sicht des Beraters, der in Kürze eine im Auftrag des BDZV entstandene Studie zum Thema „Social Media und Zeitung“ vorstellen wird (ZV/BDZV-Workshop „Neue Wege mit Social Media“ am 30. November in Köln), ist „Social Media“ bezogen auf die Zeitungen „ein Synonym für Change-Management“. Die Kommunikation mit den Lesern müsse neu gedacht werden.


mittel 2011 1319127676Twitter für alle Redakteure


Wie Social Media bei der „Rhein-Zeitung“ (RZ) in Koblenz funktioniert, erläutert Chefredakteur Christian Lindner, der bereits vor Jahren allen Mitarbeitern der Redaktion einen verpflichtenden Twitter-Account eingerichtet hat. Damit sollen zum einen die Leser noch näher begleitet werden bis hin in die lokalen Verästelungen, „RZ Montabaur“ etwa hat bei Twitter 1200 Abonnenten. Zum anderen erhält die Redaktion auf diesem Weg aber auch „Inhalte, die kein anderer hat“. Hier führe der Nachrichtenfluss also von unten nach oben. Damit würden genau die kleinräumigen, lokalen Interessen bedient, versichert Lindner, die die Leser online bei der „RZ“ suchten. „Agenturinhalte über nationale oder internationale Ereignisse sind für uns im Internet nicht mehr wichtig, die werden weit nach unten geschoben.“


„Wir werden immer stärker zu Aggregatoren“, bestätigt Stephan Thurm, Geschäftsführer OVB24 (Rosenheim), den Eindruck, dass online und mobil das Sammeln, Vernetzen und intelligente Aufbereiten von Daten für Medienhäuser wichtiger ist als der mit großem Aufwand formulierte Beitrag. Die Hälfte der Mitarbeiter seiner Online-Redaktion (die zum „Oberbayerischen Volksblatt“ gehört) sei mobil unterwegs. Sein Haus zähle 200.000 Video-Abrufe monatlich. Das sei zwar im Vergleich mit anderen sehr viel, allerdings kämen „90 Prozent der Views von Unfällen“. Das Ergebnis frustriere, zumal die Erlöse aus dem Bereich nicht einmal die Kosten für die eigenen redaktionellen Bewegtbildbeiträge deckten. „Deshalb wollen wir uns auf Fälle konzentrieren, wo ein lokaler Videobeitrag wirklich sinnvoll ist.“ Ganz anders sehe das allerdings mit der Präsentation von Fotos aus, „Fotos sind viel dankbarer.“

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