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13. November 2012 | Allgemeines

Lesen und Vorlesen mit digitalen Medien

Studie: Bilder- und Kinderbuch-Apps ergänzen das Gedruckte

Elektronische Medien wie Bilder- und Kinderbuch-Apps werden als Ergänzung, nicht als Ersatz für klassische Bilderbücher betrachtet. Sie haben das Potenzial, bildungsferne Schichten mit Vorleseangeboten zu erreichen. Väter, die bisher deutlich seltener vorlesen als Mütter, können über die neuen Angebote motiviert werden. Das sind die zentralen Ergebnisse der repräsentativen Studie „Digitale Angebote – neue Anreize für das Vorlesen?“, die die Mainzer Stiftung Lesen, die in Hamburg erscheinende Wochenzeitung „Die Zeit“ und die Deutsche Bahn am 30. Oktober 2012 in Berlin vorgestellt haben.

Die Studie untersucht den Einfluss digitaler Medien wie Tablets, Smartphones oder E-Reader auf das Vorleseverhalten in Familien. Befragt wurden 500 Eltern mit mindestens einem Kind im Alter von zwei bis acht Jahren. Bisher nutzt jede siebte dieser Familien Bilder- und Kinderbuch-Apps. Laut Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, bieten digitale Vorleseangebote neue Möglichkeiten, auch solche Familien zu erreichen, bei denen das Lesen und Vorlesen einen geringeren Stellenwert hat. Die Verfügbarkeit der Endgeräte stelle kein Hindernis dar: In den befragten Familien mit formal niedriger Bildung seien Smartphones und Tablets mit 74 und 27 Prozent ebenso verbreitet wie in den befragten Familien mit formal hoher Bildung (81 und 26 Prozent).

Rüdiger Grube, Vorstandvorsitzender Deutsche Bahn, erläuterte die Auskunft von fast 90 Prozent der befragten Eltern, wonach Bilder- und Kinderbuch-Apps eine tolle Ergänzung seien, das gedruckte Buch aber nicht ersetzen könnten. „Diese Elterngeneration integriert die neuen Technologien ganz selbstverständlich in den Alltag mit ihren Kindern. Und mithilfe von Bilder- und Kinderbuch-Apps können sie heute in ganz anderen Situationen und an anderen Orten vorlesen als bisher. Kurz gesagt: Bücher sind fürs Kuscheln, Apps für die Bahnfahrt oder das Wartezimmer."

Die neue Vorlesestudie 2012 ist bereits die sechste Untersuchung dieser Art, die von den Partnern seit 2007 in jährlicher Folge und mit unterschiedlichem Fokus vorgelegt wird. 2009 hatte das Augenmerk auf der Bedeutung der Väter für die Lesesozialisation von Kindern gelegen. Die seinerzeit gewonnenen Erkenntnisse wurden nun erweitert: So lesen Väter nach wie vor deutlich seltener vor als Mütter, sie nutzen aber häufiger elektronische Medien.

Mütter lesen lieber aus Büchern vor, Väter aus Apps

Die aktuelle Vorlesestudie zeigt, dass Väter, die bereits mit einem elektronischen Gerät und aus Büchern vorgelesen haben, etwa doppelt so häufig dem digitalen Angebot den Vorzug geben (40 Prozent gegenüber 23 Prozent). Bei den Müttern ist es umgekehrt (20 zu 45 Prozent). Elektronische Medien könnten helfen, das Vorlesedefizit von Vätern abzubauen, lautete daher das Fazit von Moritz Müller-Wirth, stellvertretender Chefredakteur „Die Zeit“. Denn jeder fünfte Vater, der selten oder nie aus Büchern vorlese, sei für das Vorlesen mit Apps offen. Rund die Hälfte der Befragten, die noch keine Apps zum Vorlesen nutzen, äußerte sich zurückhaltend im Hinblick auf eine zukünftige Nutzung. Zentraler Grund sei die mangelnde Erfahrung mit digitalen Angeboten. Die Stiftung Lesen werde ihre Beratung ausbauen, um Eltern mehr Sicherheit bei der Einschätzung der Qualität und für die App-Nutzung zu vermitteln, kündigte Jörg Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, an.
Die Vorlesestudie erscheint jährlich im Vorfeld des Bundesweiten Vorlesetags. Hier steht 2013 ein neuer Teilnehmerrekord der aktiven Vorleser an. Für den 9. Bundesweiten Vorlesetag am 16. November haben sich bereits mehr als 27.000 Freiwillige gemeldet; im vergangenen Jahr war die Zahl der Vorleser in Kindergärten, Schulen, Buchhandlungen, an Bahnhöfen und anderen Orten bereits auf 14.000 gestiegen.

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