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16. April 2004 | Allgemeines

Lehari: Neue Möglichkeiten zur Kooperation dringend notwendig

Ministerpräsident Teufel und BDZV-Präsident Heinen bei Einweihung des Druckzentrums Neckar-Alb

Die Ursachen der Krise bei den Tageszeitungen seien nicht allein konjunkturell bedingt, erklärte der Verleger des „Reutlinger General-Anzeigers“ und Vorsitzende des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV), Valdo Lehari, anlässlich der feierlichen Inbetriebnahme des Druckzentrums Neckar-Alb am 26. März 2004.

Vielmehr seien die Zeichen der Zeit gerade von den „Verantwortlichen für die Ordnungs-, und Wirtschaftspolitik sowie für das Tarifgeschehen nicht selten überhört oder verdrängt worden“. Nachdrücklich forderte der Verleger die Entwicklungsträger zum „notwendigen politischen und tarifpolitischen Handeln auf“. So sei etwa die Novellierung der 30 Jahre alten Pressefusionskontrolle „dringend erforderlich“, damit die Zeitungsverlage auch in Zukunft handlungsfähig bleiben. Der Erhalt der Pressevielfalt hänge nicht zuletzt davon ab, ob auch der politische Wille vorhanden sei, die rechtlichen Rahmensetzungen so zu verändern, dass Kooperationen zwischen Zeitungsverlagen „besonders in benachbarten Regionen“ erleichtert werden.

 

Für „absolut nicht akzeptabel“ hielt der VSZV-Vorsitzende ferner die starke Zunahme der Amts- und Gemeindeblätter. Hier finde eine gefährliche Verzerrung des Wettbewerbs zu Lasten der Zeitungen statt – obendrein häufig querfinanziert aus kommunalen Etats. Darüber hinaus müsse „endlich Schluss sein mit weiteren Ausschreibungen und Lizenzierungen“ zusätzlicher Hörfunk- und Fernsehprogramme, forderte Lehari. Die Finanzierbarkeit der Medien aus dem Werbemarkt sei begrenzt. In diesem Zusammenhang monierte der Vorsitzende des Landesverbands auch die Aktivitäten der Deutschen Post AG mit „Einkauf aktuell“ und das virtuelle Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit, das Bundesmittel in Höhe von 160 Millionen Euro verschlinge und einen funktionierenden Markt nachhaltig beeinträchtigen werde.

 

Der Anlass der mahnenden Worte war ein erfreulicher: Das von sechs Zeitungsverlagen gemeinsam betriebene Druckzentrum Neckar-Alb wurde feierlich eröffnet mit 400 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur, zu denen unter anderem Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel und BDZV-Präsident Helmut Heinen zählten. Mit dem neuen Druckzentrum wollen die Gesellschafterverlage „den Erhalt der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ihrer Unternehmen“ sichern. Das mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro errichtete Druckzentrum zählt zu den modernsten in Europa. Es hat eine Druckkapazität von rund 170.000 Zeitungen täglich. Die hier produzierten zwölf Zeitungsobjekte werden von den Gesellschafterverlagen Reutlinger General-Anzeiger Verlags-GmbH & Co. KG, Reutlingen; Schwäbisches Tagblatt GmbH, Tübingen; Druck- und Verlagshaus Hermann Daniel GmbH & Co. KG, Balingen; Georg Hauser GmbH & Co. KG, Zeitungsverlag KG, Metzingen; Hohenzollerische Zeitungs Verlag A. Pretzl KG, Hechingen; und der Heinrich Weidle KG, Albstadt, herausgegeben.

 

Diese Zusammenarbeit der Verlage auf technischem und betriebswirtschaftlichem Gebiet, nütze, wie der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel in einem Grußwort deutlich machte, allen und sichere die Zukunft jedes einzelnen Verlagspartners. Die Zeitungskultur in Baden-Württemberg lebe von der Vielfalt der verschiedenen – auch regionalen – Blätter mit oft langer Tradition. Gerade in Baden-Württemberg sei die Verlagslandschaft von mittelständischen Betrieben geprägt, die sich häufig noch in Familienbesitz befänden.

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