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29. Oktober 2010 | Allgemeines

Konzentration auf die Kernkompetenzen

Chefredakteure: mehr Qualität durch Kooperationen

Mehr Qualität mit weniger Ressourcen – wie soll das funktionieren? So lautete das Thema des abschließenden Forums Chefredakteure. In der von Peter Stefan Herbst, Chefredak¬teur der „Saarbrücker Zeitung“, moderierten Runde ging es um nichts Gerin¬geres als die re-daktionelle Zukunft der Ver¬lage. Weltweit ste-hen die Zeitungshäuser auf¬grund der sinken-den Werbeeinnahmen unter enormen Kosten-druck.

„Mut zur Reduktion“ lautete die Empfehlung von Rolf Seelheim, Chefredak­teur der „Nordwest-Zeitung“ (Oldenburg). Nicht jede Zeitung müsse versuchen, jede Seite selbst zu erstellen, berichtete er. Seit Jahren unterhalte die „Nordwest-Zeitung“ redaktionelle Kooperatio­nen mit anderen Verlagen, wodurch ein intensiver Contentaustausch zustande käme. „Dadurch können wir uns auf unsere Kernstärke, das Lo­kale und Regionale, konzentrieren“, so Seelheim.

Ein anderes Konzept verfolgt man bei der Me­diengruppe M. DuMont Schauberg, wo vor eini­gen Monaten in Berlin und Frankfurt Redaktions­gemeinschaften eingerichtet worden sind, die alle Abotitel der Gruppe mit Artikeln beliefern. Das Berliner Büro übernimmt dabei die Bereiche Bun­despolitik sowie gesellschaftliche Themen wie zum Beispiel Migration, Integration und Gesund­heit. Und aus der Mainmetropole wird die Wirt­schafts- und Finanzberichterstattung beigesteu­ert. „Nichtsdestotrotz behält jede unserer Zeitun­gen ihr Gesicht und in jedem regionalen Stamm­haus gibt es noch Politik- und Wirtschaftsredakti­onen“, erläuterte Uwe Vorkötter, Chefredakteur der „Berliner Zeitung“. Ziel der Redaktionsge­meinschaften sei es vielmehr, den dort arbeiten­den Journalisten Zeit für investigative Recherche, tiefere Analysen und große Reportagen zu ge­ben, für die sie bei der vormals zersplitterten Struktur keine Zeit gehabt hätten.

Auch auf die Kompetenz von außen, auf die der Le­ser, setzt man bei der WAZ-Mediengruppe (Es­sen) und ihren Zeitungen, wie Chefredakteur Ulrich Reitz erklärte. Leser lieferten über soziale Netzwerke Themen, und Leserbeiräte würden die Zeitung stets kritisch begleiten.

Auf Leserbeiräte, umfangreiche Social-Media-Aktivitäten und Leserreporter setzt man auch bei der Axel Springer AG, über deren Qualitätsoffen­sive Jan Eric Peters, Chefredakteur der Gruppe „Welt“ / „Berliner Morgenpost“, berichtete. Bereits vor Jahren habe man damit begonnen, Journa­listenteams zu etablieren, die nicht nur für eine Zeitung aus der Gruppe, sondern möglichst für ein ganzes Bündel an Blättern der Berliner Axel Springer AG schreiben. „So konnten wir das Know-how, das bisher nur bei einem Blatt kon­zentriert war, auf verschiedene Zellen verteilen“, so Peters. Nicht unwesentlich zum Erfolg dieses Konzepts habe auch die enge Einbindung der Studierenden der Axel-Springer-Akademie bei­getragen.

Auch beim Zeitungsdienstleister dpa wird in eine Qualitätsoffensive investiert. Herzstück der neuen Strategie von Chefredakteur Wolfgang Büchner ist der enge Kontakt mit den Kunden: „Durch die Kooperation können wir maßgeschneiderte Produkte bereitstellen, die in den Redaktionen Zeit für eigene, tiefgründige Recherchen freischaufeln“, sagte Büchner, und er­gänzte: „Denn der Ehrgeiz einer Agentur muss es nicht sein, selbst zu glänzen im Medientenor. Der Ehr­geiz einer Agentur muss es sein, dem Kunden zu helfen zu glänzen.“

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