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09. August 2004 | Allgemeines

Konflikt um die Rechtschreibreform

Einige Verlage wollen zur alten Schreibweise zurückkehren/ BDZV: Gremien werden zeitnah beraten

Die Axel Springer AG, Berlin / Hamburg, und der Hamburger Spiegel-Verlag kehren in ihren Print- und Online-Publikationen „zur klassi-schen deutschen Rechtschreibung zurück“, erklärten die beiden Unternehmen am 6. August 2004.

Gleichzeitig richteten Axel Springer AG und Spiegel-Verlag einen Appell an andere Verlage sowie an die Nachrichtenagenturen, sich diesem Schritt anzuschließen und gemeinsam dem Beispiel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu folgen, die als einzige Zeitung die Umstellung bereits vor vier Jahren wieder rückgängig gemacht hatte. Ziel dieser Maßnahme sei „die Wiederherstellung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung“. Auch die „Süddeutsche Zei-tung“ in München teilte mit, zur alten Recht-schreibung zurückkehren zu wollen.

 

Der BDZV wird die Entwicklung beobachten und zeitnah in seinen Gremien beraten. Die Zeitungsverleger hatten anlässlich der Einführung der neuen Rechtschreibung vor fünf Jahren deutlich erklärt, dass sie die Änderung der Regeln für „so überflüssig wie einen Kropf“ hielten. Allerdings waren sie auch der Überzeugung, dass die Zeitungen diejenige Schreibung übernehmen müssten, die die Kinder in den Schulen erlernen, um eine größere Verwirrung zu vermeiden.

 

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) gab am 6. August bekannt, dass sie die „Meinung ihrer Kunden erfragen“ wolle. dpa-Chefredakteur Wilm Herlyn erläuterte, dass die Agentur die neue Rechtschreibung vor fünf Jahren „nach ein-deutiger Absprache mit den Kunden und den andren deutschsprachigen Agenturen übernom-men habe.

 

Anlässlich ihres Vorstoßes für die alten Regeln erklärten Dr. Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, und Stefan Aust, Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“: „Wir befürworten sehr dringend notwendige und sinnvolle Reformen in unserer Gesellschaft. Doch die Rechtschreibreform ist keine Reform, sondern ein Rückschritt.“ Die Deutsche Sprache brauche keine kultusbürokratische Überregulierung. Spätestens die neuerliche Reform der ohnehin unausgegorenen Reform führe ins völlige Chaos. Die beiden Verlage wollten dazu beitragen, diese Fehlentwicklung zu korrigieren. Dazu Döpfner und Aust: „Die geschichtliche Erfahrung über Jahrhunderte zeigt, dass Sprache sich evolutionär weiterentwickelt. Die Rechtschreibung sollte diese Änderungen nachvollziehen und nicht vorschreiben.“ Die technische Umsetzung in den Print- und Online-Publikationen der Verlage soll so schnell wie möglich geschehen.

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