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18. Januar 2005 | Allgemeines

Kompakt und lebensnah informieren

Zeitungsforscher Schulz: Junge Leute erwarten von der Zeitung Basisinformationen

Zeitungslesen genießt bei Jugendlichen und jungen Leuten einen positiven Stellenwert. Eine Aussage wie „Zeitungslesen ist out“ lehnen sie stark ab. Das zeigt eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach, die das Pro und Contra Zeitung nach verschiedenen Altersgruppen aufschlüsselt und die in Auszügen auch im aktuellen BDZV-Jahrbuch „Zeitungen 2004“ nachzulesen ist.

„Wir sehen auch im Markt, dass Print nicht generell ‚out’ ist, dass es zum Beispiel durchaus erfolgreiche Special-Interest-Angebote gibt“, sagt dazu der Allensbacher Leserschaftsforscher Rüdiger Schulz im Interview mit dem Branchenmagazin „pro media“ (Berlin). So schätzten es auch junge Leute, Printmedien überall und jederzeit nutzen zu können. Hinzu kämen die „haptischen“ Eigenschaften der Zeitungen und Zeitschriften, also anfassen, vor- und zurückblättern, auch anstreichen. Das Lesen auf Monitoren sei keinesfalls so beliebt, wie vielfach angenommen, versichert Schulz.

 

Gleichwohl müssten sich die Zeitungen darüber im Klaren sein, dass junge Leute an den „klassischen“ Zeitungsressorts Politik und Wirtschaft wenig Vergnügen fänden. Entscheidend sei vielmehr, dass Themen aufgegriffen würden, die junge Leute interessieren. Das bedeute nicht, meinte der Leserschaftsforscher, dass die „große Politik“ und Wirtschaft völlig ausgeblendet werden müssten. Es komme vielmehr darauf an, kompakter und lebensnäher zu informieren. Aus seiner Sicht erwarten junge Leute von der Zeitung eine Basisinformation über die Welt, würden jedoch nur vertiefen, was sie persönlich interessiere. Insofern sei der Trend zu den Kompaktzeitungen „ein richtiges Signal“, das aber durch stärker individualisierte Angebote in der Zeitung ergänzt werden müsse.

 

„Am deutlichsten kann man das beim Sport ablesen“, meinte Schulz. Sport sei für junge Männer ein sehr willkommener Lesestoff, für die meisten Frauen dagegen dröger Ballast. Künftig müsste es daher möglich sein, kompakte Informationen über alle Bereiche kombiniert mit vertiefenden, individualisierten Angeboten zu liefern. „Das wird durch den Digitaldruck ermöglicht.“

 

Rüdiger Schulz machte in seinem Interview mit „pro media“ auch seine Überzeugung deutlich, dass beispielsweise die Einführung von Jugendseiten in die Zeitung per se noch nicht der Königsweg zum jungen Leser ist. Die Themen aus dem Umfeld der Jugendlichen müssten „für die jungen Leute aufgebrochen werden“ und „ihre eigene Lebenswelt widerspiegeln“, fordert er. Dabei sollten die Jugendlichen auch selbst Autoren sein. „Unser Ideal wäre jeden Tag im Lokalteil eine Seite für junge Leute – und dabei sollte man viele junge Leute aus der Region selbst zu Wort kommen lassen“, empfiehlt der Leserschaftsforscher. Dazu gehöre auch, den Nachwuchsreportern eine Theater- oder Veranstaltungskritik anzuvertrauen. Schulz’ Fazit: Junge Leser zu gewinnen, ist „heute die größte Herausforderung, vor der Tageszeitungen stehen. Man kann nicht genug junge, qualifizierte Leute daran setzen, diese Aufgabe zu meistern.“

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