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17. September 1998 | Allgemeines

Kommunen drängen Mitbewerber aus dem Markt

Spitzengespräch mit dem Deutschen Städtetag/Verleger setzen auf Kooperation

Mit wachsender Sorge beobachten die Zeitungsverleger, wie Städte und Gemeinden mit werbefinanzierten Amtsblättern und einer ständig zunehmenden Zahl von Online-Diensten in die originäre Aufgabe der Tageszeitung eingreifen und das wirtschaftliche Fundament der Verlage beschädigen.

Das Problem, das der BDZV im Frühjahr dieses Jahres mit einem Memorandum öffentlich gemacht hatte, war Gegenstand eines Spitzengesprächs mit dem Deutschen Städtetag, das am 8. September in Köln stattfand. Die Verlegerdelegation mit den BDZV-Vizepräsidenten Helmut Heinen und Dr. Richard Rebmann, dem Vorsitzenden des Verbandes Norddeutscher Zeitungsverleger, Dr. Günther Semmerow, und BDZV-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schulze zeigte die Gefahren auf, die von der zunehmenden Zahl werbefinanzierter Rathaus-zeitungen auf die lokale und regionale Zeitungspresse ausgehen. Auch das wachsende Engagement der Gemeinden im Online-Bereich treffe die Zeitungs-verlage empfindlich, die selbst mit hohem personellen und materiellen Aufwand im Interesse der Leser eigene digitale Komplementärangebote geschaffen hätten. Die Gefahr sei nicht von der Hand zu weisen, daß mit der Finanzkraft der Städte bestimmte Mitbewerber aus dem Markt gedrängt würden. Die Verleger appellierten an die Gemeinden, Zurück-haltung zu üben, erklärten aber, sich einer konstruktiven Zusammenarbeit nicht zu verschließen.

Die Vertreter des Städtetags - der Vorsitzende des Presseausschusses, Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle, Aalen, und Pressesprecher Dr. Ewald Müller - äußerten Verständnis für die Sorgen der Zeitungsverleger, wiesen aber auf die Informationspflicht der Gemeinden hin, die auch zu unkonventionellen Mitteln zwinge. Das Problem soll in den zuständigen Gremien in Kürze diskutiert werden, der Dialog zwischen Verlegern und Städtetag wird fortgesetzt.

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