Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

02. April 2007 | Branchennachrichten

Klickbetrug – Was ist das eigentlich?

Mit dem Begriff werden betrügerische Klicks bei vergüteten Werbemittel-Einblendungen im Inter­net bezeichnet. Dabei werden kommerzielle Wer­beflächen gezielt aufgerufen, um Abrechnungs-systeme zu manipulieren. Die Täter wollen sich entwe­der bereichern oder Wettbe­werber schädi­gen. Die Klicks werden entweder ma­nuell oder durch spezielle Soft­ware-Tools ausgeführt.

 

Manipulation beim Keyword Advertising

Sponsored Links sind Textanzeigen in Such­maschinen, die nach der Eingabe eines Such-beg­riffs über oder neben den klassischen Ergeb­nis­sen des natürlichen Indexes einer Suchma­schine angezeigt werden. Anders als bei klassi­scher Werbung zahlt der Kunde für seine Anzeige nur, wenn Nutzer sie tatsächlich ankli­cken. An­bieter wie Google oder Yahoo kassieren bei die­sem Pay-per-Click (PPC) genannten Mo­dell für die Vermittlung Provision. Die simpelste Variante des Klickbetrugs im Keyword Advertising zielt auf die finanzielle Schädigung der Konkurrenz ab. Dazu klickt ein Mitbewerber mehrfach auf den Sponso­red Link seines Konkurrenten – dieser muss des­halb letzt­lich auch für Klicks zahlen, die nicht von seiner Zielgruppe stammen. Die Schä­digung geht aber noch weiter: Durch ein Tages­budget legt der Werbetreibende die maximalen Ausgaben und damit die Anzahl der möglichen Klicks pro Tag fest. Ein Klickbetrüger wird des­halb einfach so lange auf einen gut gelisteten Link klicken, bis dessen festgelegte Tagessumme ausgeschöpft ist. Wenn der Konkurrent bei­spielsweise in der Nacht durch häu­figes Klicken das CPC-Budget aufbraucht, wird die Werbung am Folgetag gar nicht erst einge­blendet: Ein deutlicher Vorteil für den Wettbewer­ber.

 

Manipulation bei Partner-Werbung

Die zweite Spielart des Klickbetrugs funktioniert über das Google Adsense-Programm oder das in den USA betriebene „Yahoo Publisher Network“. Dabei platzieren Suchmaschinen die Anzeigen auch auf Web-Seiten von Partnern, die zum Inhalt der Werbung passen. Auf diese Weise wird eine noch größere Öffentlichkeit er­reicht. Google prüft im Vorfeld all jene Websites, die sich als Werbe­träger zur Verfügung stellen, auf ihre Seriosität und ihre thematische Eignung. Die werbetragen­den Websites erhalten einen Teil der Klick-Ein­nahmen, der andere Teil kommt der Suchma­schine zugute.

Ein Website-Betreiber, der durch Google Ad­Sense-Anzeigen auf seine Website schalten lässt, kann durch zahlreiche Klicks mehr Geld verdienen. Klickbetrüger generieren direkte Mehreinnahmen durch das Klicken auf Anzeigen auf ihrer Website. Einen indirekten Mehrverdienst erhalten sie durch Klicken auf Anzeigen eines bestimmten Themas, um den Preis pro Klick in die Höhe zu treiben. In der Vergangenheit haben sich Betrügernetzwerke organisiert, die gegensei­tig Anzeigen anklicken. Wenn bei der Analyse der Werbeabrufe festgestellt wird, dass eine Vielzahl der Klicks aus Ländern Mittel- und Osteuropas kommen, die zudem nicht länger als sechs Se­kunden auf der Seite bleiben, spricht das meist für sogenannte Click-Bots, eine Software, die das Klicken auf Anzeigen automatisch übernimmt.

 

Manipulation im Affiliate Marketing

Inzwischen tritt der Klickbetrug auch im Affiliate-Marketing auf. Wer einen größeren Kreis poten­zieller Kunden auf sein Web-Angebot aufmerk­sam machen will, kann mithilfe von Affiliate-Plattformen wie affilinet, TradeDoubler oder za­nox interessante Werbepartner, sogenannte Affi­liate-Websites, akquirieren. Diese Websites bie­ten ergänzende Produkte und Dienstleistungen an oder richten sich an eine ähnliche Zielgruppe.

Im Affiliate Marketing kann ein Merchant, wie der Werbetreibende hier heißt, seine Leistungen und Produkte durch Dritte bewerben lassen. Der Affi­liate bindet dabei einen definierten Programm­code in seine Webseiten ein – das können Ban­ner mit Link zur Website des Werbetreibenden, aber auch ganze Websites oder Shop-Module sein. Kauft der vermit­telte Website-Besucher, so erhält der Werbepart­ner beispielsweise eine vom Bestellwert abhän­gige Provision. Gelangt der Besucher einer Affili­ate-Website über eine Wer­beanzeige beispiels­weise in den Online-Shop eines Werbetreiben­den, so erhält der Affiliate-Partner eine Vergü­tung. Um zu erkennen, über welchen Affiliate ein neuer Kunde kommt, werden von der Affiliate-Plattform Cookies hinterlegt, sobald der Website-Besucher auf das entspre­chende Wer­bemittel eines Merchants klickt und auf die Web­site des Online-Händlers weiterge­leitet wird.

In den meisten Fällen erschleichen sich soge­nannte Affiliate-Hopper unrechtmäßig Provisio­nen, indem sie für denselben Merchant auf meh­reren Affiliate-Plattformen als Affiliate registriert sind. Schaltet ein Merchant im Rahmen seiner Kampagne ein bestimmtes Werbebanner, veröf­fentlicht der Affi­liate-Partner dieses zwar auf seiner Website, er verlinkt es jedoch geschickt mit sämtlichen Affili­ate-Programmen, bei denen der Merchant regist­riert ist. So geht jeweils eine Rückmeldung bei­spielweise an affilinet, Trade­Doubler und zanox, obwohl es nur einen Kaufab­schluss gab. Da die einzelnen Affiliate-Plattfor­men autark arbeiten und einen Cookie einer an­deren Platt­form nicht auslesen können, ist es technisch für die Plattformbetreiber nicht möglich, diesen Be­trug festzustellen. Das Resultat für den Betrüger: Er kassiert für eine Leistung gleich mehrfach.

Viele Betrügereien fallen auch deshalb nicht auf, weil der Rückkanal zwischen Online-Verkauf und Warenwirtschaft des Merchants nicht trans­parent genug ist. Dieser man­gelhafte Rückkanal führt des Weiteren dazu, dass häufig selbst dann Provision eingestrichen wird, wenn der Käufer die Bestellung später storniert und faktisch gar kein Kauf stattfindet. Diese Stor­nierungen werden von Affiliate-Betrügern häufig selbst getätigt oder an Dritte in Auftrag gegeben. Ähnlich wie bei Google AdSense ist es auch hier denkbar, dass ein Be­trüger eine Website lediglich aus dem Grund erstellt, um an Affiliate-Programmen teilnehmen und möglichst viel Pro­vision einstreichen zu können. Die Konsequenz für aufrichtige Affiliates: Der Merchant bereinigt seine Ausfälle durch Affi­liate-Hopper pauschal und zieht von allen Provisi­onen einen durch­schnittlichen Wert ab.

 

Kampf gegen Klickbetrug

Das wirksamste Mittel, um Klickbetrug zu er­kennen, ist ein durchgängiges Tracking des Be­sucherverhaltens. Kennt ein Online-Verantwortli­cher das natürliche Verhalten auf seiner Website, so kann er Abweichungen im Nutzerverhalten, die auf Klickbetrug hinweisen, schnell erkennen. Um eine Website und ihr natürliches Verhalten zu messen, empfiehlt es sich, jene Nutzer, die nicht über Affiliate-Maßnahmen oder Sponsored Links auf die Website gelangen, mit denen zu verglei­chen, die über derartige Programme auf die Website gelangen. Aber auch die großen Such­maschinen sind mittlerweile tätig geworden. Google, Yahoo, Microsoft und weitere Partner haben im August 2006 die Click Measurement Working Group gegründet, die jetzt den Kampf gegen den Klickbetrug koordiniert.

zurück