Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

14. Oktober 2010 | Allgemeines

Kinder wachsen multimedial auf

KidsVA 2010: Wer viel liest, verbringt auch viel Zeit am PC und im Internet

Trotz der Aufrüstung der Kinderzimmer mit Spielkonsolen, PC und Internet in den zu-rückliegenden Jahren hat sich das Leseinte-resse und -verhalten der Kinder offensichtlich nicht verändert. Sieben von zehn Kindern greifen regel¬mäßig zu Magazinen. Zählt man Bücher hinzu, lesen 95 Prozent aller Kinder regelmäßig in ihrer Freizeit. Das zeigt die am 11. August in Berlin vorgestellte 17. KidsVerbraucher Analyse 2010 (KidsVA) aus dem Egmont Ehapa Verlag. Das Unternehmen befragt jährlich repräsentativ Kinder und El¬tern zu Medien- und Konsumverhalten, Spiel¬waren, Wünschen, Interessen, Freizeitaktivitä¬ten und Finanzsituation der Sechs- bis 13-Jährigen.

Die bei der Umfrage berücksichtigten 44 Kin­dermagazine kommen zusammen auf eine Le­serschaft von 4,35 Millionen Kindern, was einer Nettoreichweite von 70,2 Prozent entspricht. Be­liebtestes Heft ist laut Studie das wöchentlich erscheinende „Micky Maus Magazin“ mit 627.000 Lesern, das „Lustige Taschenbuch“ sichert sich mit 473.000 Lesern Platz zwei. Die beiden Maga­zine aus dem Disney-Universum führen mit ei­nem Marktanteil von 17,7 Prozent die Top-Ten-Liste an. Auf Platz drei folgt das Fußballheft „Just kick-it“ mit 415.000 Lesern und mit einem Anteil von 6,7 Prozent. Das Mädchenmagazin „Hannah Montana“ liegt mit 410.000 Lesern und 6,6 Pro­zent Marktanteil auf Platz vier.

Die Kinder setzten sich eingehend mit ihren Magazinen auseinander, so die Studie. 82 Prozent aller Be­fragten gaben an, das Heft komplett zu lesen, 77 Prozent blättern auch später „immer mal wieder“ durch die Seiten. Ralf Bauer, Leiter der Markt-/Mediaforschung des Egmont Ehapa Verlags, merkte dazu an, dass viele Kinder die Magazine untereinander verleihen (32 Prozent) und ge­meinsam lesen würden (59 Prozent).

Das Alter der Kinder ist ein wichtiger Faktor für das Leseverhalten. Kinder von zehn bis 13 Jah­ren lesen generell mehr als Sechs- bis Neunjäh­rige. Unabhängig vom Alter sind Mädchen leicht lesefreudiger als Jungen. Die wichtigsten Bedin­gungen für das Leseinteresse von Kindern allge­mein sind noch immer das familiäre Umfeld und der Bildungsgrad der Eltern. Kinder von Eltern mit Abitur und Studium lesen doppelt so häufig wie Kinder von Eltern mit Hauptschulabschluss. Das Leseverhalten korreliert ferner mit dem Nettoein­kommen der Familie. So lesen Kinder aus Fami­lien mit gehobenem Einkommen (mehr als 2.000 Euro monatlich) überdurchschnittlich oft.

Den vielbeschworenen Rückgang im Lesever­halten im Vergleich zur Nutzung elektronischer Medien könne die KidsVA 2010 nicht feststellen, ergänzte Ingo Höhn, Geschäftsleiter beim Eg­mont Ehapa Verlag. „Es ist eher so, dass die Kinder multimedial aufwachsen. Wer viel liest, verbringt auch viel Zeit mit dem PC oder im Inter­net.“ Drei von vier Kindern haben laut Studie Zugang zu einem Computer, sei es der Familien-PC oder der eigene. Bei der Computernutzung zeige sich besonders bei den Sechs- bis Zehn­jährigen eine „unheimliche Dynamik“, führte Marktforscher Bauer weiter aus. Fast jedes Zweite Kind in dieser Altersklasse habe Internet­erfahrung. Bei den Zehn- bis 13-Jährigen könne man bei 87 Prozent von einer „Sättigung“ spre­chen. Benutzt werde das Internet hauptsächlich als Hilfsmittel für die Schule, zur Pflege der Freundschaften und zur multimedialen Unterhal­tung.

Eine weitere Erkenntnis: Im Internet möchte die große Mehrzahl der Erwachsenen den Nach­wuchs nicht unbegleitet lassen. 87 Prozent der Eltern erlauben nur den Besuch bestimmter Sei­ten, 73 Prozent schränken die Dauer der Inter­netnutzung ein.

Der Trend zur Handynutzung zeigt weiter nach oben. Für zwei von drei Kindern ist das Mobilte­lefon zum normalen Alltagsgegenstand gewor­den. Hier gibt es eine Kluft zwischen den Alters­klassen. Während 73 Prozent der Zehn- bis 13-Jährigen ein Handy besitzen, sind es bei den Sechs- bis Neunjährigen erst 20 Prozent.

Bezahlt wird ganz überwiegend mit Prepaidkarte: 91 Prozent nutzen diese Art der Kostenbegleichung. In fast der Hälfte der Fälle übernehmen die Eltern die Rechnung komplett, ein Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Demgegenüber gesunken sind dafür die durchschnittlichen Gesamtkosten für die Handy-Nutzung. Waren es vor drei Jahren 312 Euro pro Jahr, sind es 2010 nur noch 251 Euro.

Finanziell haben die Kinder etwas mehr im Geldbeutel als noch im Vorjahr. Durchschnittlich 23,04 Euro Taschengeld bekommen die Sechs- bis 13-Jährigen monatlich, Jungen dabei knapp 1,20 Euro mehr als Mädchen. Die Größe der jährlichen Geldgeschenke zu Ostern, Weihnach­ten und Geburtstag sank leicht um rund 30 Euro auf 186 Euro.

Die Kinder geben ihr Geld am liebsten für Sü­ßigkeiten aus. 61 Prozent der befragten Kinder nannten Schokoriegel, Kekse und Co. als Ta­schengeld-Ausgabeposten Nummer eins, Zeit­schriften und Comics folgten mit 51 Prozent auf Platz zwei.

Dieses Jahr wurde die KidsVA einer methodi­schen Überholung unterzogen (wie auch die Media-Analyse der ag.ma und die Internet Facts der AGOF). Die Grundgesamtheit der Befragten wurde um deutschsprachige Ausländer erweitert, um der Zusammensetzung der Gesamtbevölke­rung besser Rechnung zu tragen. Damit erhöht sich die Anzahl der durch die Studie repräsen­tierten Kinder auf 6,2 Millionen. Aus diesem Grund kann ein direkter Vergleich mit den Stu­dien der Vorjahre nicht mehr gezogen werden. Trends allerdings sind erkennbar. Für die KidsVA 2010 wurden 1.745 Interviews mit jeweils einem Kind und einem Elternteil geführt.

zurück