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12. Oktober 2000 | Allgemeines

Keine doppelten Standards bei Online-Medien

Presseräte aus ganz Europa tagten in Bonn

Um Online-Publikationen, Informantenschutz und die europäische Grundrechte-Charta ging es beim Treffen von 15 Medienselbstkontrollorganen aus ganz Europa, die am 28. und 29. September 2000 in Bonn auf Einladung des Deutschen Presserats zusammenkamen.

Verschiedene Mitglieder der AIPCE (Alliance of Independent Press Councils of Europe) wiesen mit Blick auf das Internet darauf hin, dass eine Selbstkontrolle nicht mehr möglich sei, wenn die Quellen der Berichterstattung nicht mehr nachvollziehbar seien. Der schwedische Ombudsmann für die Medien, Pär-Arne Jigenius, forderte, dass es keine doppelten Standards für Druck- und Online-Publikationen geben dürfe. Ferner wurde diskutiert, ob durch das Internet bisherige Konzepte des Journalismus in Frage gestellt würden: Nicht alles, was professionell aufgemacht erscheine, sei professioneller Journalismus. Es sei die Aufgabe der publizistischen Selbstkontrolle, die hohen ethischen Standards des Pressejournalismus auch auf den Onlinejournalismus auszudehnen.

Auf allgemeine Zustimmung der Teilnehmer stieß die Feststellung, dass der europäische Gesetzgeber dringend bei der Codifizierung der Grundrechte-Charta die Grundrechte der Informations- und Pressefreiheit respektieren müsse. Dieser Respekt verlange auch, diese Grundrechte im Spannungsfeld zu anderen Grundrechten in einem angemessenen Verhältnis zu würdigen. Wie der amtierende Sprecher des Deutschen Presserats, Robert Schweizer, kritisierte, missachte der bislang vorliegende Entwurf der Europäischen Gemeinschaft diese Mindestanforderungen.

Abschließend forderten die Teilnehmer die niederländische Justiz auf, den in den Niederlanden inhaftierten Journalisten Koen Voskuil sofort aus der Beugehaft zu entlassen. Voskuil war in Haft genommen worden, um die Preisgabe eines Informanten zu erzwingen. Der Informantenschutz gehöre, konstatierten die AIPCE-Mitglieder, zu den elementaren Existenzbedingungen einer freien Presse.

Kontakt:
Deutscher Presserat
Lutz Tillmanns
Telefon 0228/985720
Fax 0228/9857299

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